14 andere Politiker unterstützen den Entwurf, den Shin Eui-jin eingebracht hat, berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Post". Wird das neue Gesetz abgesegnet, hätte die Regierung mehr Möglichkeiten, wegen des vermeintlichen Suchtpotenzials von Online-Games wie "Aion" (Bild) strengere Nutzungsbeschränkungen für solche Spiele einzuführen.
Spielehersteller fühlen sich nicht verstanden
"Es ist bedauernswert, dass die Regierung Spiele und Drogen und Glücksspiel als die gleiche Kategorie betrachtet", zitiert die Zeitung einen südkoreanischen Spieleentwickler. Schon die letzte Regierung habe Spiele negativ gesehen, mit der neuen Regierung habe sich nichts geändert. Man spreche von einer kreativen Wirtschaft und versuche gleichzeitig, einen der führenden Geschäftszweige im Content-Geschäft zu regulieren, klagt der Entwickler.
Der Gesetzesentwurf würde tatsächlich harte Sanktionen gegen Online-Games möglich machen. Geht das Gesetz durch, könnte es sogar das Bewerben, Veröffentlichen und Entwickeln von Spielen unterbinden. Besonders die unklare Sprache in dem Entwurf wird von Gegnern kritisiert. "Die Regierung sollte das Recht haben, die Herstellung, den Vertrieb und den Verkauf von suchterregenden Substanzen zu regulieren und Werbeaktionen zu limitieren", heißt es dort.
Nicht der erste Vorstoß gegen Online-Games
Es ist nicht der erste Versuch der südkoreanischen Regierung, Spielsucht durch Regulierungsmaßnahmen einzudämmen. Schon 2010 habe das Kulturministerium drei der größten Spielehersteller des Landes angewiesen, Spielern den Zugang zu Online-Games zwischen Mitternacht und 8 Uhr morgens zu verwehren, wie dies in ähnlicher Form auch in Vietnam bereits durchgeführt wurde (siehe Infobox). Eine andere Passage in diesem Gesetzesentwurf hätte die Drosselung der Internetverbindung von Spielern, die sich nicht an die "Sperrstunden" halten, vorgesehen.
Auch wenn die Maßnahmen extrem anmuten: Südkorea hat offenbar tatsächlich ein Problem mit Personen, die süchtig nach Online-Games sind. So sorgte vor einigen Jahren der Bericht über ein Paar für weltweites Aufsehen, das sein drei Monate altes Baby verhungern ließ, weil es sich stattdessen in einem Internetcafé exzessiv um die Aufzucht eines virtuellen Babys kümmerte.
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