Drei Jahre sind seit den Ereignissen von "Final Fantasy XIII" (siehe Infobox) vergangen. Lightning, Protagonistin des ersten Teils, gilt seitdem als vermisst und wird von vielen für tot gehalten. Einzig ihre jüngere Schwester Serah will nicht so recht daran glauben und macht sich daher mit ihrem geheimnisvollen Begleiter Noel auf eine abenteuerliche Suche, die die beiden nicht nur durch neuerdings weitreichend frei erkundbare Karten, sondern auch durch die Zeit führt.
Behilflich ist ihnen dabei die sogenannte Chronosphäre: Mit ihr können Orte abermals aufgesucht und Levels neu durchgespielt werden, um den Ausgang bereits getroffener Entscheidungen und Handlungen zu beeinflussen und andere Enden zu erleben. Das eher handlungsorientierte und weitgehend lineare Gameplay weicht damit einem eher spielorientierten Ansatz, was nach den zumeist schlauchartigen Levels des Vorgängers eine echte Wohltat ist.
In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist auch das neue Dialog-System, das es Spielern durch geschicktes Fragen und Antworten erlaubt, Einfluss auf die Handlung zu nehmen und so manchem Charakter das eine oder andere Geheimnis zu entlocken.
Kampfsystem aufpoliert
Der Worte werden allerdings nicht allzu viele gewechselt, stattdessen greift man weiterhin bevorzugt zur Waffe. Das bereits aus "Final Fantasy XIII" bekannte ATB-Kampfsystem (Active-Time-Battle) wurde beibehalten und erlaubt es Spielern, mit einem einzigen Spielzug mehrere Aktionen in Echtzeit auszuführen. Wie viele Aktionen pro Runde ausgeführt werden können, ist dabei – neben der Anzahl von Abschnitten auf dem ATB- Balken – vom "Zeithunger" der jeweiligen Fertigkeit abhängig.
Ebenfalls wieder mit von der Partie sind die sogenannten "Paradigmenwechsel", die es Serah und ihren Mitstreitern ermöglichen, mittels Knopfdruck blitzschnell zwischen vorher definierten Rollen zu wechseln und so etwa von einer offensiven Kampfstrategie als Brecher zu einer defensiveren Taktik als Heiler umzuschalten.
Präventivschläge und Knöpfchen-Gedrücke
Gänzlich neu hingegen ist, wie es zum Kampf kommt: Der sogenannte Mogronometer, eine Art Detektor, alarmiert den Spieler, sobald Feinde in der Nähe auftauchen. Abhängig davon, in welchem farbigen Bereich der Mogronometer zum Stehen kommt und wie ein Gegner angegriffen wird, kann man von einem Präventivschlag profitieren oder als Strafe beispielsweise nicht in der Lage sein, den Kampf neu zu beginnen.
Hinzugekommen ist auch der Aktions-Modus, welcher die Reflexe des Spielers in den Hauptkämpfen durch Tasteneingabe-Aufforderungen, sprich: Quick-Time-Events, auf die Probe stellt. Je schneller und exakter man die eingeblendeten Buttons drückt, desto größer ist der Einfluss, den man auf den Ausgang bestimmter Schlüsselereignisse nehmen kann.
Monster an Bord
Highlight von "Final Fantasy XIII-2" ist aber wohl das ebenfalls neue Monster-Verband-System, das es dem Spieler erlaubt, einige besiegte Monster in die Gruppe aufzunehmen, diese auszurüsten und anschließend den Paradigmen hinzuzufügen, um sie im Kampf verschiedene Rollen einnehmen zu lassen. Jede der insgesamt mehr als 150 Kreaturen im Spiel verfügt dabei über eine einzigartige Fertigkeit, deren Stärke im Kampf von der Genauigkeit eines weiteren Quick-Time-Events abhängt, den es zuvor zu meistern gilt.
Am Ende eines jeden erfolgreich absolvierten Kampfes warten freilich wieder jede Menge Items und Erfahrungspunkte, die dann im sogenannten, nun noch umfangreicheren, Kristarium dafür verwendet werden, neue Fertigkeiten freizuschalten und die Charaktere nach den eigenen Wünschen zu formen und zu gestalten.
Chocobo-Rennen und anderes Glücksspiel
Für zusätzliche Abwechslung abseits der Hauptstory mit ihren zahlreichen Kämpfen und den gewohnt optisch opulenten Zwischensequenzen mit bombastischer Sound-Untermalung sorgen Nebenquests, Rätseleinlagen und auch illegales Glückspiel. So können Spielernaturen beispielsweise ihr Glück am Einarmigen Banditen versuchen oder bei den Chocobo-Rennen in Serendipity auf ihren Favoriten setzen.
Fazit: Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist "Final Fantasy XIII-2" in nahezu jeder Hinsicht ein Gewinn. Hatten im Vorgänger noch die linearen Schlauchlevels für Unmut gesorgt, präsentiert Publisher Square Enix den Fans nun weitgehend offene Welten, die dank Dialog-System und unterschiedlichen Zeiten zu mehrmaligen Erkundungstouren einladen. Die gewohnt dramaturgisch gekonnt in Szene gesetzte Story, das überarbeitete und komplexe Kampfsystem sowie die vielen Individualisierungsmöglichkeiten tun das ihre, um beim Fan Begeisterung hervorzurufen.
Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3
Publisher: Square Enix
krone.at-Wertung: 8/10
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