Das sogenannte Nintendo Network soll laut Firmenchef Saturo Iwata noch in diesem Jahr auf dem 3DS sowie der Wii U, die Ende 2012 auf den Markt kommen soll, starten.
Im Netzwerk sollen Spieler gegeneinander antreten können, aber - zu einem späteren Zeitpunkt - auch Vollpreistitel sowie Add-ons und andere digitale Inhalte herunterladen können. Damit wagt Nintendo einen überfälligen Schritt, schließlich haben sich Multiplayer-Titel längst etabliert. Microsoft scheffelt mit seiner Xbox-Live-Mitgliedschaft Gold, die dies anders als die kostenlose Version ermöglicht, jedes Jahr Millionen. Im Gegensatz dazu gibt es bisher nur bei wenigen Nintendo-Spielen, zum Beispiel "Mario Kart 7", die Möglichkeit, online - und nicht nur im eigenen Netzwerk - mit anderen Spielern in Kontakt zu treten.
Vollpreis-Games zum Download nicht in naher Zukunft
Ebenso an Nintendo vorbeigegangen ist der Trend zu Micropayments, also kostenpflichtigen Spielinhalten. Das soll sich mit der nächsten "Final Fantasy"-Ausgabe ändern, wo Nutzer gegen Gebühr andere Musikstücke herunterladen können. Auch dass es bisher unmöglich ist, Vollpreistitel für DS, 3DS oder die Wii herunterzuladen, widerspricht dem modernen Spielemarkt. Die digitale Vertriebsplattform Steam etwa hat laut Schätzungen allein im Jahr 2010 etwa 686 Millionen Euro Umsatz gemacht. Auf dem 3DS ist es bisher nur möglich, kleinere Spiele zu kaufen. Wann Vollpreis-Games über das Nintendo Network zu haben sein werden, ist unklar, Iwata wollte hierzu keine Angaben machen. Die klassischen Vertriebs- und Verkaufspartner müssten in diese Überlegungen einbezogen werden, so der Nintendo-Chef.
Persönlicher Account und NFC für die Wii U
Die Wii U soll laut Iwata durch das Nintendo Network eine weitere Neuheit erhalten: Der persönliche Account ist dadurch von überall aus zugänglich, inklusive Einstellungen und Inhalten. Ebenfalls überraschend kommt der Einbau von NFC (Near Field Communication). Die Funktechnologie wird in das Wii-U-Tablet integriert sein, um zum Beispiel Karten und Figuren zu Spielen elektronisch auslesen zu können. So könne das "neue Spieleformat in die Videospielwelt ausgebreitet werden".
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