GAK- Selbstkritik: "Spiel, Aufstieg und Gesicht verloren"

09.06.2012, 15:38
GAK-Selbstkritik: "Spiel, Aufstieg und Gesicht verloren" (Bild: Sepp Pail)
Foto: Sepp Pail
Als Startschuss in eine neue Ära gedacht, hat die Relegation für den GAK in einem Desaster geendet. Nach dem Gegentreffer zum 0:3 im Relegationsrückspiel in Hartberg brannten bei einem Teil der Anhänger der "Roten Teufel" am Freitagabend die Sicherungen durch. Nach einem Platzsturm von rund 60 bis 70 Fans musste die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen. Der GAK hat schon kurz nach dem Skandalspiel klare Worte gefunden und titelte auf seiner Homepage: "Aus der Traum: GAK verliert Spiel, Aufstieg und Gesicht!"

Der ÖFB will am kommenden Montag über die Wertung des Spiels entscheiden. Danach wird ein Verbandsstrafverfahren eingeleitet. Auszugehen ist davon, dass die Partie mit 3:0 für die somit weiter in der Ersten Liga spielenden Hartberger strafverifiziert wird. Außerdem wartet auf den GAK eine Geldstrafe. Sportlich gesehen bleiben die Grazer damit weiter in der Regionalliga. Das rückte nach diesem Abend aber fast in den Hintergrund. Sieben Personen wurden vorübergehend in Verwahrungshaft genommen, eine Beamtin verletzt. Aufseiten der angereisten Grazer Fans mussten sieben Personen ärztlich versorgt werden.

Nach dem offiziellen Spielabbruch durch Schiedsrichter Markus Hameter waren die Scharmützel zwischen den 180 Polizeibeamten und den Fans munter weitergegangen. Böller krachten und Teile der Tribüne, wo die rund 1.000 Grazer Anhänger untergebracht waren, wurden demoliert. Erst gegen 23 Uhr entspannte sich nach der Abreise der mit Bussen angereisten GAK- Anhänger die Lage.

Klare Worte auf der GAK- Homepage

"GAK verliert Spiel, Aufstieg und Gesicht", vermeldete die Homepage der Grazer  unmittelbar nach dem unrühmlichen Ende der Aufstiegsträume. Man wurde sogar noch deutlicher: "Heute haben wir es sportlich verbockt, vor allem haben wir aber nichts im Profi- Fußball verloren, solange wir solches Gesindel im Schlepptau haben!" GAK- Präsident Benedikt Bittmann versuchte noch auf dem Spielfeld, die Lage zu beruhigen. Danach stellte er sich auch selbst die Sinnfrage. "Das ist in keinster Weise zu tolerieren. Das habe ich den Fans vor dem Spiel gesagt. Ich werde mein Engagement beim GAK überdenken", sagte Bittmann gegenüber der "Kleinen Zeitung". Sein Vize Raimund Pock erklärte: "Das ist ein Albtraum für uns."

Befürchtet wurden solche Ausschreitungen schon vor der Partie. Auch deshalb kam leise Kritik vonseiten der Grazer auf, da das "Hochrisikospiel" im 3.600 Zuschauer fassenden Hartberger Stadion ausgetragen wurde. Der Einsatzleiter der Polizei bestätigte, dass es im Vorfeld mehrere Besprechungen mit Verantwortlichen gab, Hartberg aber auf das Heimrecht nicht verzichten habe wollen.

ÖFB kündigt harte Linie an

Der ÖFB hatte das Spiel als Risikospiel eingestuft und mit Peter Truzla einen Spieldelegierten entsandt. Dieser sowie Referee Hameter werden nun einen Bericht vorlegen, der als Basis für die Entscheidung des Komitees für Cup- Bewerbe dienen wird. Der Fußballbund kündigte bereits an, eine harte Linie zu fahren. "Derartige Aktionen sind auf das Schärfste zu verurteilen. Der ÖFB muss und wird mit aller Entschiedenheit gegen solche Vorfälle vorgehen", versicherte ÖFB- Präsident Leo Windtner in einer Aussendung.

Trainer Ceh zurückgetreten

Trainer Ales Ceh ist am Samstag zurückgetreten und auch Präsident Benedikt Bittmann überlegt den Rückzug. "Man kann verlieren, aber ein Platzsturm ist inakzeptabel. Das hat ein juristisches Nachspiel. Wir werden die Videos auswerten, die Täter mit Stadionverboten belegen und gerichtlich belangen", sagte Bittmann zur "Steirerkrone".

AG/red
Drucken
Werbung
0
Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings, bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Kommentar schreiben
500 Zeichen frei.
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2013 krone.at | Impressum