Der Rahmen für die große Auszeichnung war mit der Wiener Hofreitschule ein überaus festlicher. Das Lächeln der Salzburger Empfänger der UNESCO- Ehren strahlte an diesem Feiertag noch viel weißer als die Rücken der weltberühmten Lipizzaner.
Die UNESCO zeigt mit der Kategorie "immaterielles Kulturerbe", dass auch Traditionen abseits der Hochkultur Bedeutung für eine Gesellschaft haben. Die drei Bräuche, die sich für die Auszeichnung beworben haben, sind tief in ihrem Umfeld verwurzelt.
"Das Ranggeln aus dem Hundstoa gibt es schon seit dem 14. Jahrhundert", weiß Hans Bernsteiner, Obmann des Salzburger Rangglerverbandes. Am 25. Juli, dem Namenstag des Heiligen Jakob, kämpften Knechte und Jungbauern seit jeher um den Titel des Hogmoar. "Inzwischen steigt das Turnier am letzten Sonntag im Juli", erklärt Bernsteiner. Und der fällt heuer, wie bestellt zur Kulturerbe- Verleihung, exakt auf den Tag des Namenspatrons.
Erst vor zwei Jahren in Unken gegründet und schon Preisträger: Der Verein für Traditionelle Europäische Heilkunde sichert das Wissen der Vorfahren, das mehr und mehr in Vergessenheit gerät. "Zum Beispiel die Pechsalbe, deren Rezept wir mit Olivenöl oder Bienenwachs verfeinert haben", verrät Geschäftsführerin Karin Buchert, der besonders die Kombination von Tradition und modernem Wissen wichtig ist.
Große Freude herrscht auch bei den 760 Mitgliedern der "Vereinigten" um Kommissär Dr. Raimund Schiefer, die ab sofort ebenfalls zum Kulturerbe gehören.
Kronen Zeitung