Wenn sich die kalte Schnauze durch den Schnee bohrt, bricht Jubel aus. Albert und sein "Cody" sind stolz, dass der Hundenachwuchs ihn so schnell gefunden hat. Der Hüttschlager ist stolze 74 Jahre alt, ein erfahrener Bergretter und er will es beim Grundkurs der Suchhunde in Zauchensee noch einmal wissen.
"Cody ist mein fünfter Hund. Was ich körperlich nicht mehr schaffe, mache ich mit meiner Erfahrung wett", lacht Albert. Es gibt nichts, was er noch nicht erlebt hat. Erinnern kann er sich noch an jeden einzelnen der 250 Einsätze und auch daran, dass er viele tragische Dinge gesehen hat. "Aber davon demotivieren lassen darf man sich nicht!"
Und diese Weisheit gibt er auch gerne an Ronald, Arno, Karl, Sepp und Matthias weiter. Sie alle suchen, laufen, buddeln und trainieren mit ihren jungen Hunden im Schatten des Gamskogels in Zauchensee, eine ganze Woche lang unter harten Bedingungen – ohne Lohn und in ihrem Urlaub. Ihr Ziel: Leben retten.
"Nach der ersten Ausbildungsstufe können die Hunde einen Verschütteten finden", erklärt Karl Egger, Sprecher der Suchhundestaffel. Und "Leni", die 15 Monate alte Labradorhündin von Ronald Mitterer tritt gleich den Beweis an, sprintet weg, dass der Schnee nur so fliegt. Die Übung ist für sie ein Spiel. Hat sie den vergrabenen Bergretter gefunden, gibt’s als Belohnung die Beißwurst. Die kennt sie seit sie ein kleiner Welpe war.
Währenddessen fangen "Hyördis" von Sepp aus Maishofen und "Nicki" von Ausbildner Franz Huttegger in ihrer Schneehöhle zu winseln an. "Sie können es kaum erwarten, bis sie suchen dürfen", wissen die "Herrchen". Keine Arbeitsmoral? Fehlanzeige! Also denkt sich Heinrich Laimer aus Strobl schon wieder die nächsten Herausforderungen aus – bis es langsam dämmert in Zauchensee.
von Melanie Hutter, Kronen Zeitung
Bild: Hündin "Lara" hat Bergretter Matthias Lassacher gefunden!