Besonders beeindruckend war Daniels Leistung im abschließenden "Combined Event" aus Laufen und Schießen, in dem er sich auf den 3.000 Metern mit der drittbesten Zeit vom 14. auf sechsten Rang vorschob. "Ich kann es überhaupt nicht fassen. Das ist wie ein Traum, aus dem ich irgendwann aufwache", so Daniel. "Es war ein unglaublicher Wettkampf. Ich habe die Nerven behalten. Ich war so konzentriert wie nie zuvor in meinem Leben."
"Die Emotionen sind unglaublich"
"Die ganzen Zuschauer, der Lärm, das hat mir alles nichts gemacht. Ich habe mich gefühlt, als würde ich ganz alleine am Schießstand stehen." Die physiologische, aber auch die mentale Vorbereitung auf den Karrierehöhepunkt hätten gestimmt. "Dass es so aufgeht, das muss dir trotzdem passieren. Die Emotionen sind unglaublich. Ich hoffe, dass sich jetzt mehr Menschen etwas unter meinem Sport vorstellen können", so Daniel.
Eine herzliche Umarmung gab es im Ziel auch für seinen Trainer Horst Stocker, der ihn als Schüler im Militärgymnasium Wiener Neustadt mit 16 Jahren zum Fünfkampf gebracht hatte. "Er hat bei Olympia die Leistung gebracht, zu der er imstande ist. Das macht uns stolz", erklärte der Coach. Bei Weltmeisterschaften war Daniel bereits Fünfter und Achter.
Auftakt in Konkurrenz gelang recht gut
Daniel hatte im Fechten mit neun Siegen in seinen ersten zwölf Gefechten einen sehr starken Auftakt in die Konkurrenz hingelegt. Das brachte ihm zwischenzeitlich Rang zwei ein, nach 25 Duellen war er immerhin noch ex aequo Sechster. Mit acht Niederlagen in seinen letzten zwölf Kämpfen rutschte der 27-Jährige aber noch auf den 13. Rang ab. Für seine leicht negative Bilanz von 17 Siegen und 18 Niederlagen erhielt Daniel 808 Punkte.
"Drei, vier Treffer mehr, und es sieht anders aus"
"Ich bin sehr gut hineingekommen", so der Heeressportler über den dreistündigen Auftaktbewerb. "Leider war es am Schluss nicht mehr so gut. Drei, vier Treffer mehr, und es sieht anders aus." 35 Mal auf die Planche zu müssen, sei für alle sehr kräfteraubend gewesen. "Das Fechten hat irrsinnig viel Energie gekostet", sagte der Olympia-Debütant. Eine kleine Hilfe war allerdings, dass Daniel als Einziger immer auf einer Planche bleiben durfte und nie wechseln musste.
Im Schwimmen beinahe an Bestleistung herangekommen
Über 200 Meter Kraul schwamm der Student mit 2:09,23 Minuten trotz der Fecht-Belastung nahe an seine Bestzeit heran. "Darüber bin ich sehr froh, denn das haben viele nicht geschafft." Mehr als der 25. Rang in der Teildisziplin bzw. 1.252 Punkte gingen sich dennoch nicht aus. "Ich bin aber zuversichtlich", meinte Daniel, bevor es weiter zum Springreiten ging.
Großer Sprung nach vorne nach Springreiten
Und der Optimismus trog nicht, denn nun begann die Aufholjagd Daniels: Mit einer ausgezeichneten Leistung im Springreiten schob sich der 27-Jährige vom 23. auf den 14. Gesamtplatz vor. Der Österreicher fabrizierte mit dem ihm zugelosten Pferd "Magic Man" gerade einmal einen Abwurf, was hinter drei fehlerfrei gebliebenen Athleten die viertbeste Leistung im Feld bedeutete. Dank der guten Leistung im abschließenden "Combined Event" schaute am Ende Platz 6 heraus.
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