Zu wenig Ärzte und MR- Geräte für Krebs- Geheimwaffe

18.07.2012, 18:10
Zu wenig  Ärzte und MR-Geräte für Krebs-Geheimwaffe (Bild:  (Bild: Zwefo))
Es ist das Wunderding im Kampf gegen Hirntumore – das "Gamma- Knife" aus dem Wiener AKH bestrahlt zielgenau bösartige Metastasen, nach nur zwei Stunden Behandlung sind viele spurlos verschwunden. Bloß: Die Warteliste wird immer länger. Weil es zu wenig Ärzte und MR- Geräte gibt.

Die Top- Ärzte Klaus Kitz (Bild 2 rechts) und Engelbert Knosp (Bild 2 links) schwärmen von dem Hightech- Gerät in den allerhöchsten Tönen: kurze Bestrahlung, keine Öffnung des Schädels, eine Genauigkeit von 0,1 Millimetern. "Und die Patienten liegen am nächsten Tag nicht auf der Intensiv, sie sitzen fit im Garten", erklärt Dr. Kitz.

Fataler Mix aus zu wenigen Ärzten und fehlenden MR- Geräten

Nur hat leider nicht jeder Patient auch etwas davon. 100 Personen stehen auf der Warteliste, die täglich länger wird. Ein Mix aus zu wenigen Ärzten und fehlenden MR- Geräten, die zur Voruntersuchung benötigt werden, machen das "Gamma- Knife" ab 15 Uhr zu einem Geisterapparat.

AKH: "Warteliste ist leicht abzuarbeiten"

Kritik kommt auch aus der Politik: "In ganz Österreich gibt es nur ein Gerät", warnt FPÖ- Stadtrat David Lasar. Und Bezirksrat Hans Jörg Schimanek fordert raschest mehr Mediziner. Aus dem AKH aber heißt es: "Die Warteliste ist leicht abzuarbeiten", so der stellvertretende Direktor Wetzlinger. Es liege an der "inneren Organisation" der Abteilungen.

Fakt ist: Ein verlängerter "Gamma- Knife"- Betrieb würde die Zahl der geheilten Patienten jedenfalls verdoppeln.

Michael Pommer, Kronen Zeitung
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