Der Wirt hat seinen "Bierhof" ganz formell als Trafik angemeldet, die nötige Lizenz dazu hat er seit Kurzem. Und damit gelten für ihn andere Bestimmungen, was den Zigarettenkonsum betrifft. Die Gäste sind dadurch - vorerst - vor der "Verfolgung" durch Nichtraucher geschützt.
Die Aktion des pfiffigen Gastronomen kommt sehr gut an. "80 Prozent meiner Kunden sind Raucher und natürlich begeistert", sagt Werner Staud zur "Krone". Ein "Krone"- Lokalaugenschein bestätigt das: "Es ist wirklich angenehm, nach Feierabend direkt an der Bar zum Bier eine Zigarette zu genießen", meint etwa ein Elektriker.
Staud hat für Nichtraucher übrigens auch einen kleinen Bereich eingerichtet - der ist aber meistens leer. Der "Trafikantenwirt" sieht sich mit seiner umgesetzten Idee auch im Recht: "Es steht nirgendwo geschrieben, dass ich das nicht machen darf." Anzeigen blieben bisher aus.
Das wird sich aber wohl am Montag ändern. Denn die Behörden kochen schon vor Wut - und die entspannte Politiker- Sommerruhe ist SPÖ- Gesundheitsminister Alois Stöger vergangen. Der Minister holt zum Gegenschlag aus: "Ich habe für diese Aktion überhaupt kein Verständnis. Die Wirte haben das geltende Gesetz zu befolgen und nicht nach Ausflüchten und Hintertürln zu suchen", lässt Stöger ausrichten.
Hauptanliegen sei der Schutz der Nichtraucher. Deshalb wird die zuständige Bezirkshauptmannschaft Baden angewiesen, in dem Fall einzuschreiten und den "Bierhof" in Bad Vöslau ordentlich ins Visier zu nehmen. "Rein rechtlich gesehen geht die ganze Aktion auch nicht", wird betont.
Indes wird es auch bald eine zweite Front geben: Denn die mächtige Tabak- Monopolverwaltung und die zuständige Fachsparte in der Wirtschaftskammer geben dem Wirten aus Bad Vöslau Rückendeckung. Das schmeckt dem Gesundheitsministerium freilich gar nicht.
von Gernot Buchegger, Kronen Zeitung