Für einen Meteorologen ist die aktuelle Wetterlage nur zum Teil ungewöhnlich, so Alexander Orlik von der ZAMG: "Die Wärme zu Weihnachten (bis zu 18,2 Grad, Anm.) war wirklich extrem und auch ein neuer Rekordwert. Aber Schnee in der zweiten Mai-Hälfte kommt in höheren Lagen immer wieder vor. Die Ramsau in der Steiermark zum Beispiel liegt auf 1.200 Metern Seehöhe, und hier schneit es durchschnittlich alle zwei bis drei Jahre zu dieser Jahreszeit. In Schoppernau in Vorarlberg, auf 835 Meter Seehöhe, kommt das in der zweiten Maihälfte durchschnittlich alle fünf Jahre vor. In Reutte in Tirol, auf 870 Meter Seehöhe, wird es in der zweiten Mai-Hälfte durchschnittlich alle zehn Jahre noch einmal weiß."
Gefahr durch Gewicht des feuchten Neuschnees
Auf den Bergen kommen bis Sonntag 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee zusammen, der Schwerpunkt liegt dabei in der Westhälfte Österreichs. Speziell im Bereich der Hohen Tauern sind bis zu 60 Zentimeter möglich. Aber auch viele Täler könnten vorübergehend weiß werden. Die Schneefallgrenze liegt in den nächsten Tagen besonders in Vorarlberg, Tirol und Salzburg sowie in der Obersteiermark und in Oberkärnten zeitweise nur zwischen 600 und 1.000 Metern Seehöhe. "Unter dem Gewicht des feuchten und somit schweren Schnees können Bäume umstürzen, was zu Problemen auf Straßen, Schienen und bei Stromleitungen führen kann", warnten die Meteorologen.
Die Prognose im Detail: Am Freitag sind in der Westhälfte Österreichs verbreitet Niederschläge zu erwarten. Diese fallen in Form von Schnee beachtlich weit herab - die Schneefallgrenze pendelt etwa im Westen und im Norden nur zwischen 600 und 1.000 Metern Seehöhe. Aufgelockert bewölkt und zum Teil sogar recht sonnig beginnt der Tag hingegen weiter im Osten, hier schieben sich allmählich mittelhohe Wolkenfelder vor die Sonne. In Vorarlberg sind gegen Abend sonnige Auflockerungen möglich. Der Wind weht schwach bis mäßig, im Donauraum vorübergehend lebhaft aus West bis Nord. Die Frühtemperaturen liegen zwischen zwei und neun Grad, die Tageshöchsttemperaturen zwischen sechs und 16 Grad.
Im Norden und Osten herrscht am Samstag weiter dichte Bewölkung, zudem kann es noch etwas regnen. Der Regen sollte jedoch bald wieder abklingen, besonders über Mittag kann auch die Sonne hervorkommen. Sonst wechselt der Sonnenschein meist mit dichten Wolken. Am Nachmittag und am Abend steigt erneut von Süden her die Wahrscheinlichkeit für Regenschauer und einzelne Gewitter. Erneut kann es bis in die Täler schneien. Es ist eher schwach windig, nur im östlichen Donauraum weht zu Beginn noch mäßiger Westwind. Die Frühtemperaturen betragen zwei bis neun Grad, die Tageshöchsttemperaturen zehn bis 17 Grad.
Auch am Sonntag überwiegen in weiten Landesteilen die Wolken, die Sonne zeigt sich nur zwischendurch. Dazu regnet es immer wieder. Längere trockene Abschnitte sind am ehesten im Norden anzutreffen. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1.000 und 1.600 Metern Seehöhe. Der Wind weht schwach bis mäßig aus West bis Nordost. Die Frühtemperaturen liegen zwischen zwei und zehn Grad, die Tageshöchsttemperaturen zwischen elf und 16 Grad.
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