"Er hat sich ja kaum aus seiner Wohnung herausgewagt", schildert ein zweifacher Familienvater beim "Krone"- Lokalaugenschein am Samstagnachmittag in der Karl- Walther- Gasse. "Es ist immer nur seine Frau einkaufen gegangen. Jetzt wissen wir, was er die ganze Zeit hinter verschlossenen Türen gemacht hat."
Der Schock im Mietshaus in Wien- Fünfhaus sitzt tief. Keine 400 Meter oder fünf Gehminuten von der ehemaligen Unterkunft des verurteilten Al- Kaida- Anhängers und Terrorpaten Mohamed M. – frühester Entlassungstermin: 11. September – hat er bis zu seiner Verhaftung am Mittwoch gelebt: Thomas Al J. dürfte eine zum Islam konvertierte Schläferzelle gewesen sein. Bis ins letzte Detail soll der gebürtige Österreicher die Pläne für seinen teuflischen Anschlag ausgearbeitet haben.
Hunderte Male hatte der 25- jährige Verdächtige den Anflug auf den Berliner Reichstag im Simulator geübt, nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Doch in letzter Sekunde konnte die Exekutive dem mutmaßlichen Austro- Taliban einen Strich durch die Rechnung machen. Seit Monaten wurde er von Verfassungsschützern mit Hightech- Gerät überwacht.
So wie auch der Ende Mai in Wien verhaftete Deutsch- Türke (26) ist Thomas Al J. Mitglied der Deutschen Mudschahidin. Die Gruppe bekennt sich im Internet zu Anschlägen in Afghanistan.