Das Zugunglück ereignete sich um 8.45 Uhr auf dem eingleisigen Streckenabschnitt auf Höhe der Zehetnergasse in Penzing. Beide Züge waren voll besetzt, als es zur folgenschweren Kollision kam.
Die krone.tv- Redakteurin saß in der Garnitur, die stadteinwärts unterwegs war. "Unser Zug hat vorher gar nicht gebremst", erinnert sich Renner- Frank, dann sei alles ganz schnell gegangen.
Die Reaktionen der Passagiere nach der Kollision seien ganz unterschiedlich gewesen: "Manche waren ganz still, andere total aufgebracht. Ein Mädl ist blutend am Boden gekauert, ein Mann ist sofort aktiv geworden und hat den Leuten geholfen."
Die Einsatzkräfte seien laut Renner- Frank - sie erlitt Prellungen am Knie und einen Schock - aber binnen weniger Minuten vor Ort gewesen. "Das hat so schnell funktioniert", sprach sie den Rettungskräften ein dickes Lob aus. "Die Sanis sind durch den Zug gegangen. Sie waren total nett und haben alle beruhigt und versorgt."
Die Bergung der Opfer und Passagiere gestaltete sich schwierig, da der Zug auf einer Überführung mit steiler Böschung zum Stillstand gekommen war. Die Leichtverletzten wurden mittels Kran aus den Waggons geholt und in einer nahe gelegenen Rettungsstation erstversorgt. Kurz nach 10.30 Uhr konnten auch die letzten Passagiere die Waggons verlassen. Viele der Passagiere erlitten einen Schock.
Unter den Schwerverletzten befanden sich ein Lokführer (34) sowie ein Fahrgast, der unmittelbar hinter der Lokführerkabine gesessen war. Die beiden wurden vom Notarzthubschrauber "Christophorus 3" ins Unfallkrankenhaus Meidling gebracht. "Christophorus 9" flog zudem eine 25- jährige Frau sowie einen 54- jährigen Mann ins AKH.
Der Zustand des Lokführers, der zeitweise in Lebensgefahr schwebte und am Montag notoperiert werden musste, hat sich mittlerweile stabilisiert, wie eine Sprecherin der AUVA- Landesstelle Wien am Dienstagvormittag mitteilte.
Die Unfallursache war "menschliches Versagen", wie die ÖBB noch am Montag in einer Aussendung mitteilten. Nach einer technischen Störung bei einer Weiche habe das Störungsprozedere manuell in Kraft gesetzt werden müssen. "Dabei wurde von einem Mitarbeiter vergessen, ein Signal umzustellen. Der Zug 20592 von Penzing nach Hütteldorf hätte keine Fahrerlaubnis bekommen dürfen", hieß es weiter.
Anders als von der Unfallbeteiligten wahrgenommen, gaben die Bundesbahnen bekannt, dass beide Lokführer Notbremsungen gemacht hätten, ehe es zur Kollision kam. Dadurch sei die Aufprallgeschwindigkeit verringert worden. Ein endgültiger Bericht zum Unfallhergang soll in den nächsten Tagen vorliegen.
Der Zugverkehr der Linien S45 und S50 war im betroffenen Abschnitt rund 20 Stunden unterbrochen. Die Fahrgäste der beiden Linien mussten auf andere öffentliche Verkehrsmittel ausweichen. In der Nacht wurden die kaputten Garnituren abgeschleppt und die Schienen repariert. Die Einschränkungen wurden Dienstag früh gegen 4 Uhr wieder aufgehoben.