17 Postler wurden festgenommen, gegen 23 weitere werde wegen Unterschlagung ermittelt, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die Beamten hätten ihre Arbeit im größten Briefverteilungs- Zentrum des Landes genutzt, um über Jahre hinweg Bargeld, Schecks und Kreditkarten aus Kuverts zu stehlen. Viele der Wertsendungen, die niemals die richtigen Adressen erreichten, seien für Wohltätigkeitsvereine bestimmt gewesen.
Bei ihrer Operation "Poste sicure" (Sichere Post) schleuste die Polizei mehrere als Briefsortierer getarnte Fahnder in das Amt vor den Toren Mailands ein. Versteckte Kameras kamen den Betrügern auf die Schliche: Teilweise leiteten die Täter ganze Postsäcke auf eine Toilette um. Dort wurden die als "ergiebig" eingeschätzten Kuverts blitzschnell geöffnet, geleert - und um Geld und Schecks erleichtert wieder auf die Reise geschickt.
Waren Kreditkarten unter dem Diebesgut, unternahmen die Postler damit noch am selben Tag Einkäufe. Der Schaden wird auf mehr als 300.000 Euro geschätzt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Ob auch Geldsendungen aus Österreich von den Diebstählen betroffen waren, ist noch nicht bekannt.