Vranitzky: "Die Wehrpflicht hat sich nicht bewährt"

15.01.2013, 17:02
Vranitzky: "Die Wehrpflicht hat sich nicht bewährt" (Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER
Sein Name findet sich in großflächigen Inseraten des "Pro Wehrpflicht"- Komitees - doch Ex- Kanzler Franz Vranitzky hat eine andere Meinung: "Nein, ich war nie auf ÖVP- Linie", ärgert sich das SPÖ- Urgestein, dass sein Name in der Kampagne zu sehen war. Im Gespräch mit der "Krone" erklärt Vranitzky, warum er kommenden Sonntag "ganz sicher" für ein Profi- Heer stimmen wird.

Er habe sich schon sehr lange die Entwicklung der Argumentation in der Debatte angesehen und dabei den Eindruck gewonnen, dass die Befürworter der Wehrpflicht einfach keine Argumente dafür haben, wie die Zukunft des Bundesheeres aussehen soll, ist der Ex- Kanzler überzeugt. "Vielmehr ist zu befürchten, dass es mit dem alten Trott weitergeht, wenn nun die Wehrpflicht bleibt", gibt er zu bedenken. Deshalb sei für ihn klar: "Ohne dafür ein Konzept für die Zukunft zu kennen, kann ich nicht für diese Wehrpflicht stimmen."

"So vieles hat sich eben nicht bewährt"

Vranitzky sieht seinen Meinungsschwenk durchaus als Empfehlung für die Volksbefragung am Sonntag: "Und wenn jetzt immer gesagt wird, die Wehrpflicht hätte sich bewährt, dann muss ich da schon darauf kontern. So vieles hat sich eben nicht bewährt. Sonst wären ja nicht Tausende junge Soldaten von diesem Dienst so enttäuscht und würden ihre Präsenzdienst- Monate nicht als vergeudete Zeit sehen."

Vranitzky kritisiert ÖVP- Angriffe gegen Darabos

Der Ex- Kanzler kritisiert auch die Angriffe der ÖVP gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos: "Vor ihm führten viele Jahre ÖVP- und FPÖ- Politiker das Verteidigungsministerium. Die hätten schon viel früher alles dafür tun können, damit das System besser wird."

Richard Schmitt, Kronen Zeitung/red
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