Leise wimmernd und völlig hilflos lag der Bub in einem Lift des Krankenhauses in St. Pölten. Denn der Buggy, in dem ihn vermutlich seine Mutter stehen gelassen hatte, war umgestürzt.
"Er war völlig sich selbst überlassen", schildern Besucher, die das Findelkind schon Freitagnachmittag entdeckten. Sofort alarmierten sie über den Infopunkt der Medizinischen Abteilung des Krankenhauses einen Arzt. Der kleine Patient war zwar unverletzt, doch er ist geistig und körperlich behindert. "Unser Schützling kann weder selbstständig stehen noch sprechen", hieß es Sonntagnachmittag von Seiten des Spitals.
Der Bub ist 100 Zentimeter groß und stämmig, hat dunkles, kurzes Haar und einen auffallend flachen Hinterkopf. Er trug eine silberne Halskette sowie am rechten und am linken Handgelenk je einen silbernen, aus Draht gefertigten Armreifen. Bekleidet war er mit einer schwarzen gefütterten Jacke sowie drei dicken Pullovern, davon zwei selbstgestrickten, blauen Jeans und roten Turnschuhen. Die Unterwäsche bestand aus einer langen, weißen Unterhose und einem orangen, langärmeligen Leibchen. Die Bekleidungsstücke dürften den Etiketten zufolge asiatischer Herkunft sein.
Laut Angaben der Polizei gibt es vorerst noch keine konkreten Hinweise auf die Eltern des Buben. Fünf Beamte seien unterwegs, hieß es am Montagvormittag auf Anfrage beim St. Pöltner Stadtpolizeikommando. Erhebungen seien zunächst insbesondere im Landesklinikum selbst im Gang. Hinweise auf die Eltern werden unter der folgenden Telefonnummer entgegengenommen: 059133/353333.
von Mark Perry und Lukas Lusetzky, Kronen Zeitung und krone.at