Pünktlich um 10 Uhr rollte der Bus der ungarischen Behörden in der mittlerweile zum Polizei-Kooperationszentrum umfunktionierten Grenzübergangsstelle im burgenländischen Nickelsdorf ein: Mit gesenktem Kopf und in Handschellen gelegt stieg der mutmaßliche Serienvergewaltiger Mustafa A. aus dem Wagen.
Dem Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, Thomas Vecsey, zufolge wurde der 28-Jährige wenig später bereits nach Wien überstellt und zu Mittag von der Exekutive in der Bundeshauptstadt einvernommen. Ergebnisse dazu wurden zunächst nicht bekannt.
Hausdurchsuchung verlief ergebnislos
Die Polizei hatte am 27. Dezember Fotos des Mannes aus einer Überwachungskamera der Wiener Linien veröffentlicht. Zahlreiche Hinweise zur Identität und zum Aufenthaltsort des Verdächtigen gingen daraufhin bei der Exekutive ein. Einen Tag vor seiner Festnahme führten die zuständigen Kriminalbeamten gemeinsam mit der Sondereinheit WEGA eine Hausdurchsuchung bei der Meldeadresse des Verdächtigen in Wien durch. Dort wurde A. allerdings nicht angetroffen.
Der aus der Türkei stammende Mann wollte offenbar über Ungarn und Rumänien in sein Heimatland flüchten. Das konnte die Polizei aber in der ungarischen Ortschaft Lokoshaza verhindern. In einem Zug wurde der Tatverdächtige gestellt und festgenommen.
Serie von Vergewaltigungen hielt Wien in Atem
Zum ersten Mal dürfte der Verdächtige am 8. November in unmittelbarer Nähe der U6-Station AKH zugeschlagen haben. Keine sechs Tage später erfolgte die nächste Vergewaltigung in der Heiligenstädter Straße. Eine Woche vor Weihnachten soll der mutmaßliche Täter bei der Haltestelle Neue Donau zugeschlagen haben.
Die Opfer wurden stets in den Nacht- und frühen Morgenstunden ausgesucht. Der mutmaßliche Täter attackierte sie manchmal nahe den Stationen, manchmal weiter weg. Damit die Frauen keinen Notruf absetzen konnten, raubte er ihre Handys. Auch ihr Bargeld mussten die vergewaltigten Frauen aushändigen.
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