Noch bis vor wenigen Tagen gab die Identität der bei Nickelsdorf entdeckten Toten große Rätsel auf - in sämtlichen Nachbarländern wurden die Vermissten- Akten auf den Kopf gestellt, allerdings ohne Erfolg. Spekulationen gab es auch, ob die verbrannte Frau ein weiteres Opfer einer Mordserie an Prostituierten sein könnte.
Doch jetzt haben die Ermittler dem Mordopfer einen Namen zugeordnet: Bei der erschlagenen, angezündeten und bei einem Windschutzgürtel abgelegten Frauenleiche handelt es sich um eine Pensionistin aus Wien. Und so lange man in diesem Fall auch im Dunkeln tappte, so schnell hat man jetzt auch einen Verdächtigen im Visier: den südamerikanischen Lebensgefährten der Frau.
Der um rund 20 Jahre jüngerer "Latin Lover" lebt schon lange in Österreich und mit dem Mordopfer in einer Wohnung in Wien- Brigittenau zusammen. Immer wieder soll es zu Streitereien wegen Geldangelegenheiten gekommen sein. Am Freitagabend klopften schließlich die Ermittler an seine Tür und nahmen ihn mit. Es folgte ein Verhör- Marathon, am Samstagnachmittag - also fast 24 Stunden später - waren die Einvernahmen noch voll im Gange.
Ob er nun tatsächlich seine Freundin und finanzielle Gönnerin ermordet hat oder ob den Ermittlern womöglich vielleicht sogar der gejagte Serienkiller ins Netz ging, ist noch unklar.
Zunächst gilt es, den Tathergang zu rekonstruieren. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Lydia Dobija bis zum frühen Nachmittag des 20. Juli in Wien oder im niederösterreichisch- burgenländischen Grenzgebiet zur Slowakei aufgehalten hat. Wahrscheinlich war sie zu diesem Zeitpunkt bereits in Begleitung des Täters, so die Polizei.
Das Landeskriminalamt Burgenland hat am Samstag ein Foto des Opfers veröffentlicht und in einer Aussendung die Bevölkerung um Mithilfe bei der Klärung folgender Fragen gebeten, mit denen wohl auch Aussagen des Verdächtigen überprüft werden sollen:
Hinweise können an das Landeskriminalamt Burgenland, Journaldienst unter der Telefonnummer 059133 10 3333 gerichtet werden.
von Ch. Budin und K. Loibnegger, Kronen Zeitung, und krone.at