US- Schildkröten machen heimische Gewässer unsicher

20.07.2012, 18:04
US-Schildkröten machen heimische Gewässer unsicher (Bild: dpa)
Foto: dpa
"Sie hat sich ganz schön gewehrt" – so schildert Petrijünger Eduard Kohl seinen ungewöhnlichen Angel- Drill in der Thaya im Waldviertel in Niederösterreich. Denn am Haken hing nicht etwa eine Forelle, sondern eine "gefährliche Schönheit": eine bissige Rotwangen- Schmuckschildkröte. Der Nordamerika- Exot macht immer öfter Österreichs Gewässer unsicher.

Bis zu 85 Jahre wird die einst aus Nordamerika eingeschleppte Schildkrötenart alt. "Als Baby ist die Rotwangige noch putzig, doch dann wächst sie zum Lackl heran und wird von ihren überforderten Besitzern einfach ausgesetzt", erklärt Sonja Behr vom Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF).

Jüngster Fang: aus der Thaya bei Kleineberharts. "Nur eines von Dutzenden Exemplaren, das da in unseren Gewässern herumschwimmt", versichert auch ÖKF- Präsident Helmut Belanyecz.

Von einem direkten Kontakt mit der Schmuckschildkröte rät er ebenso ab wie WWF- Expertin Claudia Mohl. Denn das Tier kann ganz schön bissig sein. Gefahr droht auch den heimischen Sumpfschildkröten: Sie werden durch Krankheiten ihrer US- Verwandten ausgerottet.

Mark Perry und Lukas Lusetzky, Kronen Zeitung
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