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Toten in Weinfass entsorgt: Beichte bei Zellengenossen

10.02.2012, 09:40
Toten in Weinfass entsorgt: Beichte bei Zellengenossen
Ein Jahr nach dem "Winzermord" im deutschen Dettelbach sorgt die Tat immer noch für Erschütterung. Ein 54- Jähriger soll seinen Bruder erst erschlagen und dann in einem Weinfass regelrecht entsorgt haben. Der Verdächtige glänzte vor Gericht bislang mit Schweigen, doch bei zwei Zellengenossen legte er nur Stunden nach seiner Verhaftung eine Beichte ab. Diese Männer sagten nun als Zeugen vor Gericht gegen ihn aus.

Zwei Brüder, die einander hassen und bekriegen, wilde Eifersuchtsszenen und eine Leiche im Weintank - was nach einem Drehbuch für einen Heimatkrimi klingt, beschäftigt derzeit die Justiz in Würzburg.

Österreichischer Zellenkumpan als "Beichtvater"

Der Winzer Siegfried L. soll im Jänner 2011 seinen Bruder Horst ermordet haben. Doch der 54- jährige Angeklagte grinste vor Gericht nur schelmisch und schwieg eisern. Anders verhielt er sich jedoch Stunden nach seiner Festnahme nur wenige Tage nach der Tat: Stolz schilderte der Weingutbesitzer seinem damaligen Zellenkumpanen, einem wegen Kokainbesitzes verhafteten Österreicher, wie er seinen Bruder malträtierte und erschlug, die Leiche in Weintank Nummer 14 entsorgte und Beweise vernichtete.

Das Motiv: Das arbeitslose Opfer habe ihm die Frauen ausgespannt, von seinem Geld gelebt und ihn wegen Körperverletzung angezeigt. "Dir mach ich aber nichts, du brauchst keine Angst haben", beruhigte der Angeklagte damals seinen völlig verängstigten "Beichtvater" aus Österreich. Nun sagten dieser und ein weiterer Zellengenosse vor Gericht gegen den 54- Jährigen aus. Und dies, obwohl die Staatsanwaltschaft ihnen keine Vergünstigungen für die Aussagen eingeräumt hat.

"Hatte nie das Gefühl, dass er bereut"

Die beiden ehemaligen Zellenkumpanen schilderten dabei laut der Zeitung "Main Post" einen sehr merkwürdigen Menschen. "Wer mich nicht kennt, hat die Welt verpennt", habe der 54- Jährige behauptet. Dann habe er Winzerlieder gesungen und Witze erzählt, irgendwann aber auch von dem Mord an seinem Bruder. Der 28- jährige Österreicher erinnerte sich: "Ich hatte nie das Gefühl, dass er bereut, was er getan hat." In der Nacht, als die beiden Zellengenossen schliefen, habe sich der 54- Jährige dann aber am Bettgestell zu strangulieren versucht.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung/red
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