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TV-Konfrontationen: Fischer gibt ORF und Gegnern Korb

31.03.2010, 18:11
TV-Konfrontationen: Fischer gibt ORF und Gegnern Korb (Bild: APA/ORF)
Foto: APA/ORF
Die Fernsehsender ORF und ATV haben am Mittwoch ihre Sendungspläne zur Bundespräsidentschaftswahl präsentiert. Neben zahlreichen Diskussions- und Interviewformaten hätte der ORF dabei auch eine TV- Konfrontation aller Hofburg- Kandidaten vorgesehen. Bundespräsident Fischer ließ am Nachmittag jedoch wissen, er werde definitiv nicht an Konfrontationen mit seinen Herausforderern teilnehmen. Die FPÖ wirft ihm undemokratisches Verhalten vor.

"Der Bundespräsident folgt dem Beispiel seiner Amtsvorgänger Dr. Kirchschläger und Dr. Klestil, die sich beide als amtierende Bundespräsidenten aus gutem Grund nicht an Konfrontationen beteiligt haben", erklärte Fischers Wahlkampfleiter Stefan Bachleitner in einer Presseaussendung.

"Man kann nicht amtierendes Staatsoberhaupt des ganzen Landes sein und gleichzeitig an einer TV- Konfrontation teilnehmen", da dies "mit der Funktion des Bundespräsidenten als Brückenbauer und Integrationsfigur nicht vereinbar" wäre. Die Positionen "von Frau Rosenkranz zum Verbotsgesetz und zu den Gaskammern in der NS- Zeit" seien außerdem "gar nicht diskutierbar", so Bachleitner.

Fischer (im Bild bei einer ORF- "Pressestunde") werde in der Zeit bis zum 25. April auf zahlreichen Veranstaltungen, in einer Vielzahl von Fernseh- und Hörfunkauftritten, in Zeitungsinterviews und Telefonstunden und natürlich auch über das Internet "umfassend über seine Amtzeit, sein Amtsverständnis und seine Positionen informieren". In einer zweiten Aussendung vermeldete Bachleitner am Mittwoch, dass Fischer als erster Bundespräsident während einer Amtsperiode alle Bezirke Österreich besucht habe.

FPÖ kritisiert Verhalten als undemokratisch

Die FPÖ kritisierte Fischers Weigerung, als "abgehoben und bürgerfern". Der Bundespräsident verhalte sich "absolut undemokratisch", so Generalsekretär Herbert Kickl am Mittwoch.

Kickl verlangte gar, dass Fischer auch keine anderen Auftrittsmöglichkeiten bekommen soll. Es wäre nur konsequent, wenn es für ihn beispielsweise auch keine "Pressestunde" im ORF gäbe.

ORF: Drei "Pressestunden", Konfrontation auch mit zwei?

Der ORF wird ingesamt drei "Pressestunden" mit den Kandidaten Heinz Fischer, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring ausstrahlen. Gehring beginnt am 11. April um 11.05 Uhr auf ORF 2, eine Stunde später folgt Rosenkranz. Fischers Auftritt ist für den 18. April um 11.05 Uhr auf ORF 2 festgelegt. Die Fragen werden jeweils ORF- Journalisten stellen. Fest eingeplant ist auch die TV- Konfrontation am 18. April um 22.00 Uhr auf ORF 1 mit Ingrid Thurnher, die dem Vernehmen auch auch bei der Zusage von nur zwei Kandidaten stattfinden soll, so der ORF.

Weiters gibt es drei Ausgaben von "Wahl '10 - Meine Frage". Hier diskutieren Jungwähler diverser Schulklassen aus ganz Österreich mit den drei Kandidaten und stellen ihre Fragen. Erster Gast ist Gehring am 9. April, am 13. April diskutiert Rosenkranz mit den jungen Wählern, am 15. April Fischer. Ausgestrahlt werden die Sendungen allerdings jeweils zu späterer Stunde um 22.25 Uhr auf ORF 1.

Neues bei ATV: Fischer gegen Nichtwähler

ATV plant unterdessen ein spannend klingendes neues Format, bei dem sich Fischer den "Nichtwählern" stellt, sowie eine Interviewsendung mit Rosenkranz. Die Sendung, zu der Fischer sein Kommen laut ATV bereits zugesagt habe, wird am 18. April um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Barbara Rosenkranz soll bei einer noch zu festzulegenden Folge von "Am Punkt Spezial" auftreten. Eine Sendung mit Gehring als Gast ist möglich, aber noch nicht fix.

Bei PULS 4 werden die Kalenderwochen 15 und 16 "ganz im Zeichen der Bundespräsidentenwahl" stehen, teilte der Sender mit. Analog zur "PULS 4 Wahlarena" im Jahr 2008 will der Sender auch hier wieder "ein innovatives Konzept" bringen, wobei Details noch nicht verraten wurden. Keine Planungen hat derzeit Servus TV.

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