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Studentenprotest weitet sich auf Bundesländer aus

28.10.2009, 12:37
Studentenprotest weitet sich auf Bundesländer aus (Bild: Sepp Pail)
Foto: Sepp Pail
Der Studentenprotest, der mit der Besetzung des Audimax in Wien begonnen hat, weitet sich zusehends auch auf andere Bundesländer aus: Eine Hörerversammlung in Linz hat Dienstag beschlossen, den größten Hörsaal zu besetzen. In Klagenfurt wurde am Abend die Uni- Aula von Studenten in Beschlag genommen. In Graz halten Studenten weiterhin den Hörsaal an der Vorklinik besetzt.

Der Protest in Linz begann mit einem Flashmob zum Thema Bildung "Unis brauchen mehr Geld für Bücher" vor der Mensa der Kepler- Universität. 15 bis 20 Teilnehmer nahmen jeweils ein Buch in die Hand und lasen etwa zwei Minuten lang. Anschließend zogen sie in den Hörsaal 1. Dort wurde nach einer längeren Diskussion, die von rund 100 Studenten verfolgt wurde, beschlossen, den Saal zumindest bis Mittwoch zu besetzen. Dies stieß aber nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die Proteste wurden von der Österreichischen Hochschülerschaft Linz organisiert, die sich mit den Audimax- Besetzern solidarisiert.

"Konstruktiver Protest" in Klagenfurt

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung, dass an der Alpen- Adria- Universität in Klagenfurt keine Besetzung geplant ist, haben sich am Dienstagabend die ersten Studenten eingefunden, um die Nacht in der Aula zu verbringen. "Wir haben eine Solidaritätsecke eingerichtet, ein Teil der Aula wird friedlich besetzt. Wir blockieren aber nichts", erklärte Stefan Sagl (Plus), Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) Klagenfurt.

Mit Decken und Polstern hatten sich vorerst rund 20 Personen im hinteren Teil der Aula versammelt, Banner wurden aufgehängt und rege Diskussionen brachen unter den Studenten aus. "Eine Vermischung aller Fraktionen hat sich zusammengefunden. Es ist ziemlich sicher, dass sie über Nacht bleiben werden", sagte der Studienvertreter. Wie lange die Besetzung dauern werde, sei offen. "Laut Gesetz braucht es einen Räumungsbefehl", um die Leute zu vertreiben. "Aktueller Konsens ist aber, dass kein Hörsaal besetzt wird", meinte Sagl.

Zuvor hatte im Hörsaal 1 eine fraktionsübergreifenden Kundgebung stattgefunden. Der Raum, der Platz für 200 Menschen bietet, war zum Bersten voll - rund 400 Studierende versammelten sich auf Stühlen, Tischen und Treppen. "Wir wollen mit der Protestkundgebung ein starkes Signal setzen, dass die Vorgehensweise des Ministeriums auch in Klagenfurt nicht goutiert wird", sagte Sagl nach der Veranstaltung. Forderungen wie "Wir brauchen mehr Geld für Bildung, freier Hochschulzugang, keine Elitebildung" oder "Ein klares Bekenntnis der Politik zur Weiterentwicklung des österreichischen Bildungssystems" wurden von den Anwesenden mit lautem Jubel und Applaus bedacht.

Rund 500 Studenten bei Grazer Vollversammlung

Seit Freitagnachmittag halten Studierende an der Universität Graz einen Hörsaal an der Vorklinik besetzt. Dienstagmittag berief die ÖH Uni Graz eine Studierendenvollversammlung ein, zu der rund 500 Studierende kamen und über die Forderungen an das Wissenschaftsministerium diskutierten. Der Platz im Hörsaal A der Vorklinik wurde eng: "Setzt's euch einfach auf die Stufen - so wie in der BWL- Vorlesung", wies einer der Organisatoren der Grazer Hörsaal- Besetzung die Studierenden an, die in den für 350 Hörer ausgelegten Saal strömten.

In der Vollversammlung wurden die Eckpunkte eines Forderungskatalogs vorgelegt, der an vorderster Stelle "ein klares Bekenntnis zum herausragenden Stellenwert von Bildung" sowie "staatliche Finanzierung unserer Studien" einfordert. Weitere Kernpunkte sind die Forderung nach "kostenlosen Aneignungsmöglichkeiten von essenziellen Zusatzqualifikationen wie Sprachen", nach einer "wirtschaftlichen und politischen Unabhängigkeit von Lehre und Forschung" sowie nach einem "freien Zugang zu allen universitären Studien".

"Der Hahn läuft als EU- Kommissar davon"

Ein schlichtes "Buh" ging durch die Hörsaalreihen, als bekannt wurde, dass Wissenschaftsminister Johannes Hahn vom Minoritenplatz nach Brüssel wechselt: "Der Hahn läuft uns als EU- Kommissar davon. Das heißt nicht, dass wir nicht auch seine Nachfolger oder Nachfolgerin quälen können", feuerte Ex- ÖH- Chef Philipp Funovits die Studierenden an.

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