Den Wahlkampf werde Strache jedenfalls "Seite an Seite mit Barbara Rosenkranz führen". Er rechnet mit rund 30 Prozent der Stimmen für die FPÖ.
Strache bewertet die Nominierung eines eigenen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl auch als Beitrag zur Demokratie in Österreich. "Es kann nicht nur einen Bewerber für dieses Amt geben. Wir leben nicht in Nordkorea", sagt der FPÖ- Chef. Auch er müsse sich den Vorschlag mit Barbara Rosenkranz am kommenden Dienstag noch vom Parteivorstand absegnen lassen. Das gilt allerdings als reiner Formalakt.
Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt Strache, denn aus vielen Umfragen und Zuschriften sei klar hervorgegangen, er selber solle antreten. "Aber ich bin den Wienern im Wort, dass ich bei den wichtigsten Wahlen in diesem Jahr, den Wiener Landtagswahlen, um das Amt des Bürgermeisters kämpfen werde. Und es kann nicht heißen entweder Hofburg oder Rathaus, sondern jetzt heißt es Hofburg und Rathaus", sagt Strache im "Krone"- Interview.
Mit Rosenkranz habe er "jedenfalls die ideale Kandidatin für dieses Amt", meint der FPÖ- Chef. Ideal vor allem, weil sie auch ein Signal an die bürgerlichen Wähler sei. H.- C. Strache: "Ich denke mir, dass viele bürgerliche Wähler nicht verstehen, dass die ÖVP als eine angeblich staatstragende und christlich- soziale Partei nicht die ideologische Auseinandersetzung mit der SPÖ aufnimmt. Die Entscheidung der ÖVP, keinen Kandidaten aufzustellen, ist ein Kniefall vor der SPÖ und Heinz Fischer."
"Möglicherweise", so Strache, "will die ÖVP auch jede Irritation mit dem Koalitionspartner vermeiden, damit dieses filigrane Gefüge nicht auseinanderreißt".
Der Wahlkampf soll gleich nach der Parteisitzung am Dienstag starten. "Barbara Rosenkranz und ich werden gemeinsam die Auseinandersetzung mit dem Schweigekurs, von dem Heinz Fischer glaubt, das sei Diplomatie, aufnehmen. Wir werden uns auch sofort mit seinem Amtsverständnis auseinandersetzen. Die SPÖ bekommt es jedenfalls jetzt mit uns beiden zu tun", erklärt H.- C. Strache.
Keinen Zweifel lässt Strache daran aufkommen, dass im Bundespräsidentschaftswahlkampf auch "die von der SPÖ ungelöste Zuwanderungsfrage ein dominierendes Thema wird".
von Claus Pándi, Kronen Zeitung