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23.10.2014 - 04:18

Stmk: Pfarrer darf zu Ostern keine Predigt halten

22.03.2013, 12:37
Stmk: Pfarrer darf zu Ostern keine Predigt halten (Bild: APA/DIÖZESE GRAZ-SECKAU/GERD NEUHOLD, APA/HANS KLAUS TECHT)
Foto: APA/DIÖZESE GRAZ-SECKAU/GERD NEUHOLD, APA/HANS KLAUS TECHT
Nach zahlreichen - wirkungslosen - Abmahnungen jenes südsteirischen Pfarrers, der wiederholt gegen Homosexuelle herzog (siehe Story in der Infobox), hat die Diözese Graz- Seckau nun schärfere Maßnahmen ergriffen. So teilte sie am Freitag mit, dass Karl Tropper die Ostermessen in seiner Kirchengemeinde nicht halten darf.

Wie berichtet, hatte der 75- Jährige in einem Pfarrblatt zum wiederholten Mal gegen Homosexuelle gewettert. Nach einer Verwarnung legte er in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" noch einmal nach und bezeichnete Homosexuelle erneut als "Perverse": "Wenn man das nicht mehr sagen darf, muss man als Pfarrer in Pension gehen."

"Nicht nur Altersstarrsinn"

Da eine wiederholte Abmahnung offenbar nicht den gewünschten Erfolg brachte, griff die Kirche zur ungewohnt scharfen Maßnahme: "Solche Aussagen verhindern eine notwendige differenzierte Diskussion zu diesen komplexen Themen. Die sich dabei bezogen auf den Pfarrer aufdrängende mildernde Diagnose 'Altersstarrsinn' reicht zur Gesamtbeurteilung nicht mehr aus. Vorgesehen war ohnehin, dass Tropper mit Ende August in seinen Ruhestand als Pfarrer von St. Veit am Vogau treten wird", so Pressesprecher Georg Plank.

Nun kommt ein Predigtverbot zu Ostern hinzu: "Um in der kommenden Karwoche die zentrale Botschaft von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi nicht durch Konflikte zu verdunkeln, wird Generalvikar Heinrich Schnuderl die liturgischen Feiern von Palmsonntag bis Ostersonntag leiten", so Plank. Wie es darüber hinaus weitergehe, werde man noch sehen.

Rechtliche Schritte gegen Tropper möglich

Die Anti- Diskriminierungsstelle des Landes Steiermark teilte daraufhin mit, dass "abgesehen von der unzulässigen sprachlichen Verwendung des Begriffs 'Homos' seitens des Pfarrers seine Aussagen durch unsachliche Argumentationen, diskriminierende Einstellungen und nicht korrekte Informationen" bestechen würden. Man überlege daher auch rechtliche Schritte.

Integrationslandesrätin Bettina Vollath begrüßte die "klare Botschaft" der Diözese Graz- Seckau: "Viele steirische Pfarren haben sich große Verdienste um das friedliche Zusammenleben in unserem Land erworben. Ich bin froh, dass Bischof Egon Kapellari, wie er mir auch in einem persönlichen Gespräch versichert hat, entschieden gegen Verhetzung und Ausgrenzung in unserem Land auftritt."

AG/red
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