Stenzel kettet sich aus Protest gegen Kahlschlag an Baum

27.08.2012, 17:14
Stenzel kettet sich aus Protest gegen Kahlschlag an Baum (Bild:  (Bild: Zwefo))
"Rette mich!" steht in großen Lettern auf 99 Bäumen entlang der Wiener Ringstraße. So viele sollen angeblich in Kürze gefällt werden. An einen kettete sich nun Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP), "um der Wegwerf- Baum- Kultur ein Ende zu bereiten", wie sie meint. Immerhin kostet die Grün- Pflege den Bezirk jährlich rund 450.000 Euro.

Die Vorwürfe, es handle sich um "Wegwerf- Bäume", will Stadtgarten- Direktor Rainer Weisgram so allerdings nicht stehen lassen: "Die meisten Bäume werden altersbedingt ersetzt, und die jungen Bäume, die wir pflanzen, sind robuster denn je. Außerdem haben wir eine eigene Substrat- Mischung für die besonders in Mitleidenschaft gezogenen Bäume entlang der Ringstraße."

"Ein Straßenbaum ist ein Extremist"

Auch von den Worten "Kahlschlag" und "Rodung" will Weisgram nichts hören: "Die alten Bäume werden ja durch neue ersetzt. Und das sind heuer 77, nicht 99."

"Ein Straßenbaum ist ein Extremist", der durch Verkehr, Hitzeabstrahlung, Bodenverdichtung und eingeklemmte Wurzeln besonderen Belastungen ausgesetzt sei, so der Stadtgartendirektor. Insofern werden Straßenbäume lediglich 30 bis 40 Jahre alt, während ihre Artverwandten in Parks es schon auf 100 oder mehr Jahre bringen können.

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Kálmán Gergely, Kronen Zeitung
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