Sämtliche zutage getretenen Probleme "fallen nicht in den Aufgabenbereich des Generalplaners bzw. waren nicht vorhersehbar", betonte Generalplaner Driendl. Der mit seinem Architekturbüro abgeschlossene Vertrag beschränke sich ausschließlich auf die Planung und beinhalte nicht die Aufgaben der örtlichen Bauaufsicht und auch nicht das Projektmanagement, so der Architekt.
"Momentan ist die Stimmung wie auf einem Begräbnis", berichtete indessen Sandra Hofmann, Chefin des Sportamtes und ab 1. Februar die neue Geschäftsführerin der Stadthalle. "Am meisten Kopfzerbrechen bereiten uns die undichten Becken. Wenn wir den Grund nicht kennen, können wir auch keine Lösungen finden."
Grüne: "Baukontrolleure haben wohl geschlafen"
"Bauaufträge für Gebäude, die sich im Eigentum der Stadt Wien befinden, müssen viel intensiver und vor allem regelmäßig kontrolliert werden. Die Bauaufsicht hat anscheinend die letzten Monate geschlafen", kritisierte Christian Tesar, Klubobmann der Grünen im 15. Bezirk. "Begleitende Überprüfungen haben regelmäßig stattgefunden", versicherte hingegen Hofmann.
Wann man im Stadthallenbad wieder schwimmen kann, bleibt weiter offen. Zudem bleibt abzuwarten, ob sich die Generalsanierung mit dem geplanten Rahmen von 17 Millionen Euro, plus 20 Prozent Reserve, ausgeht. "Aus jetziger Sicht liegen wir innerhalb des veranschlagten Budgets", so Hofmann.
"Skandälchen" im Dunstkreis der Stadt Wien
Es wäre jedenfalls nicht das erste Bauvorhaben, bei dem sich die Stadt Wien verkalkuliert hat, wie einige weitere "Skandälchen" aus jüngerer Zeit deutlich machen: Kostenexplosion beim Ronacher von 34 auf 50 Millionen Euro, bei der Hauptfeuerwache von 19 auf 50 Millionen Euro, beim Prater-Vorplatz von 30 auf 60 Millionen Euro und beim Flughafen-Skylink von 400 auf 800 Millionen Euro. Verantwortlich dafür? Natürlich niemand.
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