Langwierige Verhandlungen zwischen den mutmaßlichen Entführern und der jemenitischen Regierung sollen zuvor gescheitert sein. Laut jemenitischen Medien habe die Regierung der mutmaßlich verantwortlichen, Al-Kaida-nahen Terrororganisation "Ansar al Sharia" ein 48-Stunden-Ultimatum für die Erfüllung der Forderungen gesetzt. Andernfalls drohte man mit einer "umfangreichen militärischen Operation".
Die Frist ließen die Al-Kaida-Mitglieder am Sonntagabend verstreichen. Und so sollen sich bereits Montag früh Hunderte schwerst bewaffnete Truppen auf den Weg in die Region gemacht haben, um Dominik N. und seine finnischen Leidensgenossen zu befreien und die Al-Kaida zu vertreiben. Zwei Gebiete, wo man Zellen der Extremisten vermutet, seien untertags bereits heftig unter Beschuss genommen worden.
Eine Entwicklung, die vor allem bei Angehörigen der Entführungsopfer große Sorge auslöst – bedenkt man die Bilder der jüngsten blutigen Geiselbefreiungsaktion in Algerien (siehe Infobox).
Weiterhin wenig Informationen aus dem Außenministerium
Das österreichische Außenministerium gibt sich zur Situation in Jemen weiterhin sehr zugeknöpft. Aus Sicht des Amtes sei jedenfalls nicht klar, ob es eine Verbindung zwischen dem Armeeeinsatz und der Geiselnahme gebe. Die jemenitische Armee gehe immer wieder gegen mutmaßliche Terroristen vor, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Martin Weiss. Außerdem liegen im Fall des verschleppten Österreichers weiterhin weder eine Lösegeldforderung noch gesicherte Informationen über die Identität der Entführer vor.
In der Hauptstadt Sanaa sei nach wie vor ein österreichisches Team aus Vertretern der Sicherheitsbehörden und Diplomaten präsent. "Die Bemühungen gehen mit ganzer Kraft weiter", betonte Weiss.
Drei Europäer kurz vor Weihnachten in Hauptstadt entführt
Am 21. Dezember war N. gemeinsam mit einem finnischen Paar entführt worden. Bewaffnete Männer hatten ein Elektronikgeschäft in Sanaa gestürmt und die drei Europäer in ihre Gewalt gebracht. Der Wiener Student war gemeinsam mit einem Kollegen im Jemen, um dort Arabisch zu lernen. Die Finnin hatte ihren Freund besucht.
Die Sicherheitslage im Land auf der Arabischen Halbinsel ist prekär. In den vergangenen 15 Jahren wurden mehr als 200 Menschen entführt, darunter zwei Österreicher im Jahr 2005. Oftmals stecken Stämme dahinter, die politische Forderungen durchsetzen wollen.
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