"Vorsichtig radikal"

So stutzen Steirer ihre Regierungs-Abteilungen

Steiermark
15.02.2012 16:38
Das steirischen Landeshauptleute Franz Voves (re. im Bild) und Hermann Schützenhöfer (li.) haben am Mittwoch die Verwaltungsreform im Bereich der Landesregierung konkretisiert. Die Zahl der Top-Manager soll demnach von 50 auf 25 reduziert werden, aus 48 Abteilungen werden 16 plus neun Fachabteilungen. Bis 2015 sollen so 300 Dienstposten und rund 15 Millionen Euro eingespart werden.

Der Neuauftritt des Amtes der Landesregierung soll bis 1. August umgesetzt sein und vor allem die traditionelle Aufteilung in Rechts-und Bauabteilungen abschaffen. Die eingesparten Führungskräfte werden vorerst keine Einbußen hinnehmen müssen - ihre Gagen unterliegen aber der Aufsaug-Lösung, sie werden also so lange nicht in den Genuss von Vorrückungen oder Erhöhungen kommen, bis ihre Soll- die Ist-Stufe eingeholt hat. Versetzungen seien innerhalb des Amtes möglich.

"Schützi und ich haben Parteibrille weggelassen"
Die früher übliche Aufteilung der Spitzenbeamtenschaft nach roter und schwarzer Einflusssphäre wollen Voves und Schützenhöfer hintangestellt haben, so der Landeshauptmann: "Schützi und ich haben die Parteibrille weggelassen und versucht, das, was sachlich zusammengehört, auch aufbauorganisatorisch in ein klares Bild zu bringen." Es gehe um eine "radikale Verschlankung, ohne funktionierende Strukturen zu zerstören".

Die Steiermark sei das einzige Bundesland, in dem schon das laufende Budget eingedämmt worden sei (von 5,2 auf 5,0 Milliarden Euro), "und wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange", meinte Schützenhöfer. Die 7.200 Landesjobs sollen bis 2015 auf 6.500 heruntergefahren werden, im Bereich des Amtes der Landesregierung mit derzeit 3.150 Mitarbeitern sollen 300 Stellen weniger dazu führen, den Personalaufwand um rund 15 Millionen Euro zu reduzieren.

"Massive Einsparung auf Sicht"
Schützenhöfer: "Mit dieser Reform ist nicht das schnelle Geld zu machen, aber auf Sicht eine massive Einsparung." Positiv äußerte sich auch die dritte Regierungsparte, der FPÖ. Landesrat Gerhard Kurzmann: Die Neuorganisation sei nachvollziehbar, jetzt müsse aber noch eine Aufgabenreform folgen.

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