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Sieben Jahre Haft für "Polizist" nach Raubversuch in Tirol

06.02.2012, 12:31
Sieben Jahre Haft für "Polizist" nach Raubversuch in Tirol (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER
Wegen versuchten schweren Raubes ist ein 64- jähriger Deutscher am Montag am Landesgericht Innsbruck zu sieben Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der als Polizist verkleidete Mann hatte sich Ende Oktober 2011, mit einem Elektroschocker bewaffnet, Zutritt zu einem Kufsteiner Arzthaushalt verschaffen wollen, um "Gold oder Silber" zu erbeuten, sein Vorhaben scheiterte aber. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Eine als Zeugin geladene Kufsteinerin meinte vor Gericht, dass sie sich "aus dem Gefühl heraus" geweigert habe, die Tür zu öffnen. Sie gab dem "falschen Polizisten" zu verstehen, dass sie seine "Kollegen" verständigen werde - der Angeklagte hatte sich zuvor als Beamter der Polizeiinspektion Rosenheim ausgegeben. Richterin Moser lobte das Vorgehen des potenziellen Raubopfers als "sehr mutig".

Deutscher zeigte sich großteils geständig

Der Beschuldigte zeigte sich vor Richterin Helga Moser großteils geständig. Der offenbar unter Geldnot leidende Pensionist wurde vom Schöffensenat zudem zweier Einmietbetrügereien, eines Vergehens nach dem Waffengesetz sowie der Urkundenunterdrückung und der dauernden Sachentziehung für schuldig befunden.

Der Deutsche war im Raum Kufstein mit einem falschen Kennzeichen unterwegs, beglich Unterkunftskosten und Tankrechnungen nicht und bewahrte in seinem Auto neben dem Elektroschocker unter anderem eine Stahlrute, einen Schlagstock und einen Bunsenbrenner auf. Zudem stellte die Polizei einen Zettel sicher, auf dem mehr als 20 Adressen von Ärzten aus Deutschland und Österreich notiert waren.

Strafe laut Richterin "im unteren Bereich geblieben"

Laut der Richterin kamen bei der Strafbemessung bis zu 20 Jahre Haft in Betracht. Angesichts der Tatsache, dass der Angeklagte in Deutschland bereits mehrmals straffällig geworden und erst im Mai vergangenen Jahres aus der Haft entlassen worden war, sei der Schöffensenat "mit sieben Jahren im unteren Bereich geblieben", erklärte Moser.

AG/red
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