Sechs steirische Bezirke feiern "Hochzeit"

30.12.2012, 13:44
Sechs steirische Bezirke feiern "Hochzeit" (Bild: "Krone"-Grafik, APA/Barbara Gindl)
Foto: "Krone"-Grafik, APA/Barbara Gindl
Wenn die Pummerin in Wien das neue Jahr einläutet und Tausende Raketen den Himmel über der Steiermark erleuchten, finden sich etwa 280.000 Steirer in einem neuen Bezirk wieder. 13.500 Landsleute sind zudem Einwohner einer neuen Gemeinde, denn mit Jahreswechsel fusionieren gleich sechs Bezirke und die ersten fünf Kommunen.

Bruck und Mürzzuschlag (neu: "Bruck- Mürzzuschlag"), Hartberg und Fürstenfeld ("Hartberg- Fürstenfeld") sowie Feldbach und Radkersburg ("Südoststeiermark", nicht wie zuerst geplant "Vulkanland") sind die nächsten Bezirks- Ehen – und die letzten in dieser Legislaturperiode.

Nach Monaten der Vorbereitung rückt die Stunde der Wahrheit nun immer näher. Viele Bürger sind noch skeptisch, in den Ämtern ist man aber zuversichtlich. "Alles auf Schiene", sagt Alexander Majcan, Bezirkshauptmann der Südoststeiermark. Der größte Brocken war – wie auch in den anderen betroffenen Bezirken – die Anpassung der EDV- Programme. Am Neujahrstag gibt es daher in allen Ämtern einen Probelauf. Majcan wird künftig übrigens zwischen der Bezirkshauptstadt Feldbach und Bad Radkersburg pendeln.

Von den Murtaler Pionieren profitieren

Positiv gestimmt ist auch Gabriele Budiman, die Bezirkshauptfrau von Bruck- Mürzzuschlag. "Mein Team hat großartige Arbeit geleistet! Der Zielbahnhof ist aber noch nicht erreicht." Spannend wird es vor allem am 2. Jänner, wenn die ersten Bürger ihre Pässe und Führerscheine abholen wollen. Profitiert hat man jedenfalls von den Pionieren aus "Murtal" – vor einem Jahr verschmolzen ja Judenburg und Knittelfeld als allererste. Budiman: "Aber 1:1 lässt sich das nicht umlegen."

Um Mitternacht löst sich der Gemeinderat auf

Mit Jahreswechsel gibt es aber auch die ersten freiwilligen Gemeindefusionen in der Steiermark. Im Bezirk Leoben gehen Trofaiach, Hafning und Gai zusammen (gemeinsam etwa 11.300 Einwohner) – die Vordernberger haben sich hingegen in einer Bürgerbefragung dagegen ausgesprochen. "Es ist für uns ein Jahrhundertprojekt. Wir können mit gutem Gefühl auf den 1. Jänner blicken", sagt Trofaiachs Bürgermeister Mario Abl, der vorerst als Regierungskommissär die Amtsgeschäfte leiten wird (die Gemeinderäte lösen sich auf).

Das zentrale Rathaus befindet sich künftig natürlich in Trofaiach. Hier entsteht im ersten Halbjahr auch ein modernes und barrierefreies Bürgerservicezentrum. Abl: "Einige Mitarbeiter sind aber bereits jetzt gesiedelt."

Neuer Stempel wartet auf Einsatz

Die Wahl des neuen Gemeinderats soll in Trofaiach nach derzeitigem Stand am 14. April stattfinden, genauso in "Buch- St. Magdalena". Diese im "alten" Bezirk Hartberg gelegene Kommune mit 2.200 Einwohnern entsteht aus St. Magdalena am Lemberg und Buch- Geiseldorf. Regierungskommissär wird hier Gerhard Gschiel, derzeit Ortschef in St. Magdalena. Sein Kollege Anton Heschl freut sich auf den 2. Jänner: "Dann können wir erstmals schon den neuen Stempel verwenden!"

Kronen Zeitung
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