Sechs Tage im Eis: Labor bestätigt "Gletscherwunder"

15.08.2012, 20:32
Sechs Tage im Eis: Labor bestätigt "Gletscherwunder" (Bild: APA/ÖAMTC)
Foto: APA/ÖAMTC
Die Geschichte jenes 70- jährigen Bayern, der am Dienstag am Längentaler Ferner in Tirol nach sechs Tagen Gefangenschaft aus einer Gletscherspalte gerettet worden war, klingt wie ein Wunder und fast zu gut, um wahr zu sein. Doch seine Laborwerte bestätigen das Unglaubliche.

"Es geht dem Patienten den Umständen entsprechend gut. Er dürfte jedoch Erfrierungen erlitten haben. Eine unvorstellbare Geschichte, die auch an der Klinik zuerst keiner glauben wollte. Unsere Ärzte haben bei den Untersuchungen aber rasch gesehen, dass der Mann mehrere Tage nur Gletscherwasser getrunken hat. Dieses Wasser ist elektrolytarm und belastet die Niere. Im Labor kann man das nachweisen", erklärt der Sprecher der Innsbrucker Uni- Klinik, Johannes Schwamberger.

Tafel Schokolade rationiert

Wenn alles gut geht, darf der 70- jährige Überlebenskünstler schon bald die Intensivstation verlassen. "Die gute Konstitution und eine Top- Ausrüstung haben ihm das Leben gerettet. Er hat sich eine Tafel Schokolade rationiert. Ihm war klar, dass er nicht einschlafen darf. Das wäre sein Todesurteil gewesen. Also hat er sich immer wieder bewegt und nur gedöst", schildert Volker Wenzel, Vize- Direktor der Anästhesie, wie sein Patient die langen Tage und Nächte im ewigen Eis überstehen konnte.

Medienansturm aus aller Welt

Woher der 70- Jährige diese Kraft nahm, welche Gedanken ihm durch den Kopf gingen und warum er die Hoffnung nie aufgab, interessiert nun die ganze Welt. Kliniksprecher Johannes Schwamberger berichtete am Mittwoch bereits von weit über 100 Anfragen.

Claudia Thurner und Stefan Ruef, Kronen Zeitung/red
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