Derzeit werde mit den Bildungssprechern aller Parlamentsparteien über eine Reform des neunten Schuljahrs verhandelt, so das Ministerium am Freitag. Für jene, die über 16 Jahre alt sind und über keinen Pflichtschulabschluss verfügen, wurde erst kürzlich die Möglichkeit eines kostenlosen Nachholens geschaffen. Ein zehntes Pflichtschuljahr "passt da grundsätzlich gut in die Architektur", eine mögliche Ausweitung der Schulpflicht sei auch durchaus Thema bei den Debatten zur Reform des neunten Schuljahrs.
Beim Regierungspartner ÖVP reagiert man weit weniger offen auf Foglars Vorschlag: Bloßes Zeitabsitzen erhöhe die Chancen am Arbeitsmarkt nicht, so die Partei im Ö1- "Mittagsjournal". Wichtiger sei es, dass am Ende der Schulpflicht ein Bildungsziel erreicht werde, es gehe um die Qualität der Bildungsabschlüsse.
Und auch FPÖ und BZÖ glauben nicht, dass zehn Pflichtschuljahre Jugendliche besser auf das Berufsleben vorbereiten. FP- Bildungssprecher Walter Rosenkranz fordert stattdessen mehr Qualität in den Polytechnischen Schulen. BZÖ- Bildungssprecherin Ursula Haubner setzt auf rechtzeitige Beratung zu den Berufs- und Karrierechancen und fordert einen echten Bildungsabschluss ähnlich der Mittleren Reife am Ende des neunten Schuljahrs in Deutschland.
Grünen- Bildungssprecher Harald Walser fordert die Regierung unterdessen auf, sich endlich den alten Großbaustellen zu widmen: "Wir müssen die Qualität der ersten neun Schuljahre zuerst einmal anheben. Erst dann kann über Sinn und Zweck eines zehntes Pflichtschuljahres nachgedacht werden."