Ausdruck aus NS-Zeit

Salzburgs FPÖ-Chef sieht teilweise “Umvolkung”

Österreich
15.04.2013 12:30
Der Salzburger FPÖ-Chef Karl Schnell hat mit der Verwendung eines in der NS-Zeit gängigen Begriffes für Aufsehen gesorgt: In einem Interview sagte der FPÖ-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 5. Mai, dass es "in gewissen Bereichen" eine "Umvolkung" gebe. Dass man sich dagegen wehre, habe aber "nichts mit Rechtsradikalismus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun".

Er sei kein Rechtsradikaler und habe nichts gegen Ausländer, "aber wir haben auch ein Recht auf unsere Heimat", so Schnell im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Presse" vom Montag. Auf die Frage, wo er eine "Umvolkung" sehe, sagte er: "In vielen Bereichen. Nehmen wir die Schulen. Es kann doch nicht sein, dass in manchen Klassen nur mehr ein einziges österreichisches Kind sitzt."

Außerdem wies er darauf hin, dass ein Mord in der Flachgauer Gemeinde Köstendorf von Rumänen verübt worden sei und dass es Raufereien mit Türken gebe. "Es wird viel unter den Teppich gekehrt. Ich will extreme Meinungen nicht in den Untergrund drängen, man muss in einer Demokratie offen darüber reden. Wenn man die Leute nur anlügt und alles, was sich wirklich abspielt, verschweigt, ist das der falsche Weg."

Auch Mölzer sorgte mit dem Begriff "Umvolkung" für Aufsehen
Der Begriff "Umvolkung" hatte bereits 1992 für große Aufregung gesorgt, als der damalige FPÖ-Grundsatzreferent Andreas Mölzer vor dem Freiheitlichen Akademikerverband seine Befürchtung äußerte, dass sich in Deutschland und Österreich eine "Umvolkung" anbahne. Der Sager brachte Mözler damals nicht nur massive Kritik, sondern führte indirekt auch zur Abspaltung von Heide Schmidt und zur Gründung des Liberalen Forums.

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