Drama im Burgenland

Säugling schwer misshandelt: Eltern werden angeklagt

Österreich
23.04.2013 10:00
Die Eltern eines Säuglings, bei dem im September 2012 schwere Verletzungen festgestellt worden waren, werden sich vor Gericht verantworten müssen. Das Paar - eine 23-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Freund aus dem Burgenland - wird "wegen fortgesetzter Gewaltausübung gegen eine unmündige Person auf qualvolle Weise" angeklagt, teilte Petra Schweifer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, am Dienstag mit. Bei einer Verurteilung drohen ein bis zehn Jahre Haft.

Der Mutter des misshandelten Babys wird zudem auch schwerer gewerbsmäßiger Betrug in Zusammenhang mit dem Bezug der Mindestsicherung vorgeworfen. Die Anklage wurde bereits an das Landesgericht Eisenstadt zugestellt. 

Baby erlitt Blutergüsse und Knochenbrüche
Ärzte hatten im September vergangenen Jahres bei einer Untersuchung des kleinen Mädchens - es war zu diesem Zeitpunkt erst knapp zwei Monate alt - zahlreiche Blutergüsse, Prellungen und Knochenbrüche festgestellt. Der Säugling wurde auf der Intensivstation behandelt und musste mehrere Wochen im Krankenhaus in Graz bleiben. Die jungen Eltern wurden festgenommen.

Sohn blieb von Misshandlungen verschont
Der knapp ein Jahr ältere Bruder des Mädchens war von Misshandlungen verschont geblieben. Die beiden Kinder wurden zu einer Pflegefamilie gebracht. Die Mutter befindet sich aktuell in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Untersuchungshaft, der Vater in Eisenstadt.

Die Familie hatte vor ihrem Umzug in den südburgenländischen Bezirk Güssing im März 2012 in der Steiermark gelebt. In beiden Bundesländern erhielt sie regelmäßigen Besuch von Familienintensivbetreuerinnen und Sozialarbeitern - diese bekamen von Gewalt allerdings nichts mit.

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