"Es geht in erster Linie um die Verfassungsmäßigkeit", kündigte Darabos eine genaue Überprüfung von Fekters Entwurf zur Kasernierung von Flüchtlingen durch seine Beamten an. Sollte die Vorlage verfassungswidrig sein, werde die SPÖ dem nicht zustimmen können. Kritik kam vom Verteidigungsminister vor allem an der kurzfristigen Übergabe der Fekter- Pläne an den Koalitionspartner SPÖ. Dies sei wohl auch eine Ablenkung von den Turbulenzen rund um das geplante Erstaufnahmezentrum im burgenländischen Eberau.
Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kann sich "Einzelfallprüfungen" vorstellen. Zu dieser Meinung würden auch die Experten im Bundeskanzleramt tendieren, sagte er nach dem Ministerrat. "Ich wünsche mir eine geordnete Vorgehensweise, die dazu führt, Kriminalität in unserem Land zu bekämpfen", lautet sein Wunsch in der Asyldebatte. Er hält die Anwesenheitspflicht für zu weitgehend. "Es gibt die verfassungsrechtlichen Bedenken dazu und es gibt die politischen Bedenken dazu", so der Bundeskanzler.
Fekter gab sich unterdessen weiter zuversichtlich, dass der Koalitionspartner ihrem Vorhaben letztendlich zustimmen werde. "Die SPÖ wird sich den Vorschlag genau anschauen und ihre Wünsche bekanntgeben. Ich gehe davon aus, dass sie das beschließen", sagte die Ressortchefin ebenfalls vor dem Ministerrat. Das von Darabos wahrgenommene "Überfallskommando" erkennt sie in der Übergabe nicht: "Wir lassen der SPÖ schon ein bisschen Zeit." Die Innenministerin sieht in ihrem Vorgehen gegenüber dem Koalitionspartner "den richtigen Weg".
In der SPÖ wurden derweil weitere kritische Stimmen zu Fekters Vorhaben laut. So hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied "massive verfassungsrechtliche Bedenken". Frauenministerin Gabriele Heinisch- Hosek kritisierte vor allem Phase zwei von Fekters Entwurf zur Anwesenheitspflicht, der einen Aufenthalt von bis zu sechs Wochen vorsieht. "Ich habe nicht das beste Gefühl dabei und muss mir den Entwurf genau anschauen." Das will auch ÖVP- Justizministerin Claudia Bandion- Ortner: "Schnellschüsse kann man in so einem Fall nicht machen", meinte sie auf die Frage zur Verfassungskonformität von Fekters Vorhaben.