Rotes Kreuz Kärnten klagt FPKler Kurt Scheuch und Ragger

19.02.2013, 12:36
Rotes Kreuz Kärnten klagt FPKler Kurt Scheuch und Ragger (Bild: Uta Rojsek-Wiedergut)
Foto: Uta Rojsek-Wiedergut
Das Kärntner Rote Kreuz bringt gegen FPK- Chef Kurt Scheuch (re. im Bild) und Soziallandesrat Christian Ragger (li.) noch in dieser Woche eine Zivilklage wegen übler Nachrede ein. Grund für diesen Schritt sei die Behauptung der Landespolitiker, die Hilfsorganisation und ihr Chef, Rotkreuz- Präsident Peter Ambrozy, hätten Spendengelder verzockt, erläuterte Ambrozy am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Weitere Klagen seien in Vorbereitung.

Anlass für die Auseinandersetzung ist der Fall des Betriebsratsobmannes des Roten Kreuzes, der das Privatvermögen von Kollegen und Freunden veruntreut haben soll (siehe Infobox). Mit dem Angebot, die Mittel veranlagen zu wollen, soll er Personen in seinem Umfeld in Summe rund drei Millionen Euro herausgelockt haben.

Ambrozy wiederholte am Dienstag, dass das Rote Kreuz von der Affäre in keiner Weise betroffen sei und kein einziger Cent an Förderungen und Spendengelder von dem Mitarbeiter "veranlagt" worden sei. Daher will der Rotkreuz- Präsident gegen die beiden FPK- Politiker auch nach dem Strafrecht eine Klage wegen übler Nachrede einbringen.

Weiters soll das Organ der FPK, die "Kärntner Nachrichten", nach dem Mediengesetz auf Widerruf geklagt werden, erklärte Ambrozy. Zudem möchte man abwarten, ob sich durch diese Kampagne die Spendeneinzahlungen reduzierten. Dann könnte auch noch eine Schadenersatzklage folgen.

"Nehmen Schädigung einer wichtigen Hilfsorganisation in Kauf"

Die Äußerungen der beiden Politiker schrieb Ambrozy dem laufenden Landtagswahlkampf und dem Versuch zu, ihn und damit die SPÖ - Ambrozy war früher SP- Landesparteiobmann - an den Pranger zu stellen. "Wäre die Geschichte zu einem anderen Zeitpunkt passiert, wären die Wogen flacher", sagte er. "Hier haben zwei Profi- Politiker Behauptungen aufgestellt und damit die Rufschädigung und die Gesamtschädigung einer wichtigen Hilfsorganisation in Kauf genommen", meinte er.

Besonders schwer wiegt für den Rotkreuz- Präsidenten, dass Ragger in der Landesregierung als Rettungsreferent auch für das Rote Kreuz zuständig ist. "Damit sägt er an seinem eigenen Ast", erklärte Ambrozy. Blieben die Spendengelder aus, müsste die öffentliche Hand mehr Mittel zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung aufbringen, argumentierte er.

Weiters müsse Ragger wissen, dass beim Roten Kreuz alles in Ordnung sei. Ragger selbst habe Gutachten von Wirtschaftsprüfern in Auftrag gegeben, die dem Verein mehrfach die ordnungsgemäße Gebarung der Gelder bescheinigt hätten, sagte Ambrozy.

AG/red
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