Das ist sie also, die Kommandozentrale des Mannes, der gegen das Rauchverbot in Lokalen vorgeht. Halbrund biegt sich der dunkle Holzschreibtisch um Manfred Ainedter, acht Aktenstapel türmen sich neben ihm auf, genauso wie zwei Haufen mit Zeitschriften. Etwas verloren dazwischen stehen zwei leere Espressotassen und ein großer Messing- Aschenbecher. "Das Rauchverbot in Lokalen ist völlig unsinnig. Am liebsten hätten wir gar keines. Aber nun, wo es da ist, arbeiten wir daran, dass es nicht noch weiter verschärft wird", sagt der Promi- Anwalt.
Um seine Position durchzusetzen, hat Ainedter die Initiative "Rauchfrei(heit)" gegründet, in der er und andere für die Beibehaltung des Status Quo kämpfen. "Geraucht wird doch so oder so. Und wenn etwas verboten wird, dann erhöht sich nur der Reiz, es auszuprobieren. Ich selbst habe mit 16 Jahren angefangen. Auf dem Internat", erklärt er seinen Standpunkt.
"Umbau belastet die Gastwirte übermäßig"
Zudem würden die Gastwirte durch ein Verbot übermäßig belastet. "Die Umbaukosten für abgetrennte Raucherbereiche sind enorm und die Umsätze gehen zurück", sagt der Advokat und klopft mit seiner linken Hand auf zwei etwa 30 Zentimeter hohe Aktenstapel. "Das sind nur einige Fälle von Wirten, die ich vertrete, weil sie wegen Missachtung des Verbots angezeigt wurden."
Seinen Beistand erhalten die Gastronomen übrigens kostenlos. "Ich bin ein Überzeugungstäter", so Ainedter, dessen Stundensatz sonst bei 360 Euro liegt. "Es kann einfach nicht angehen, dass der Staat bis in die letzten Lebensbereiche mit hineinregiert. Irgendwann dürfen wir nicht einmal mehr Schweinsbraten essen", sagt der Rechtsanwalt, während er zwischen den Fingern seiner linken Hand seine Lesebrille an ihren roten Bügeln kreisen lässt.
Dass er wegen seines Engagements deutlichen Gegenwind zu spüren bekommt, macht Ainedter nichts aus. "Meinen Posten im Vorstand der Krebshilfe habe ich mittlerweile zurückgelegt", gibt er unumwunden zu, und der mit Leder bespannte Bürostuhl knarzt dabei noch ein wenig mehr als sonst. Auch die Anfeindungen in Internetforen sind ihm egal. "So etwas bin ich doch gewohnt", sagt Ainedter und spielt dabei wohl auf seine Mandanten an, die oftmals alles andere als Lieblinge der Nation sind. Ex- Finanzminister Karl- Heinz Grasser zählt ebenso dazu wie der Priklopil- Vertraute Ernst H. und Doping- Sünder Bernhard Kohl. "Ich helfe eben gern. Deswegen bin ich Anwalt geworden ", sagt Ainedter, dem Intoleranz und staatliche Regelungswut ein Dorn im Auge sind.
Dass viele Menschen ihm und seiner Initiative nicht den Hauch einer Chance geben, schert Ainedter nicht. "Ich halte es mit Bertolt Brecht: Wer kämpft, kann verlieren, aber wer nicht kämpft, der hat bereits verloren."