Für behinderten Sohn

Polizist (25) steckte Geld in eigene Tasche – verurteilt

Österreich
07.05.2013 13:08
Weil ein 25-Jähriger in seiner ehemaligen Funktion als Polizeibeamter außerhalb seiner Dienstzeit Strafmandate einkassiert und das Geld in die eigene Tasche gesteckt hatte, wurde er am Dienstag am Wiener Straflandesgericht wegen Veruntreuung und Urkundenunterdrückung zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt. Er wollte mit dem Geld hohe Therapiekosten für seinen damals zweijährigen, schwerbehinderten Sohn bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von April 2011 bis September 2012 hatte sich der 25-jährige Michael S. laut Staatsanwaltschaft immer wieder außerhalb seiner Dienstzeiten in Uniform auf die Straße gestellt und Autofahrer "rausgefischt", die er wegen Schnellfahrens, Telefonieren am Steuer oder Fahrens ohne Gurt ohnehin hätte belangen können.

"Ich wollte es zurückzahlen"
Er stellte Organmandate aus, die er dann jedoch nicht abgab. Die Durchschläge versteckte er in seinem Spind. "Weil ich das Geld nur ausborgen wollte. Ich wollte es zurückzahlen, sobald ich wieder Geld hatte", erklärte der Mann im Prozess. Wirklich einträglich war das Geschäft aber nicht: In Summe waren es lediglich 350 Euro, die der 25-Jährige einkassiert hatte.

Einmal behielt S. nach einer Kennzeichenabnahme sogar die Nummerntafel ein und montierte sie auf sein eigenes Auto, weil er sich die Versicherung nicht mehr leisten konnte.

Polizeidienst aus freien Stücken beendet
Vor Gericht zeigte sich S. zu allen Vorwürfen voll geständig. Er hat seinen Dienst bei der Polizei auch aus freien Stücken beendet und ist derzeit auf Arbeitssuche.

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