Nach der Verhaftung der vier Verdächtigen am Montag (siehe Infobox) und deren Einvernahme konnten die Beamten bei ihren Ermittlungen schließlich zwei weitere Männer ausforschen, die an den Diebstählen beteiligt waren.
"Einer von ihnen wurde bereits festgenommen, nach dem zweiten wird noch gefahndet", so Polizeisprecherin Regina Steyrer gegenüber krone.at. Der sechsköpfigen Bande konnten mittlerweile zehn Kuperkabeldiebstähle in der Zeit von Ende November 2011 bis Ende Jänner 2012 nachgewiesen werden - die gestohlenen Kupferkabel hatten die mutmaßlichen Täter weiterverkauft. "An Händler in Bratislava", wie die Polizeisprecherin erzählte. Wie viel sie dafür kassierten, war noch nicht klar.
Den Wiener Linien entsteht durch Kupferdiebstähle jährlich ein Schaden von rund 250.000 Euro. Um derartigen Diebstählen vorzubeugen, tauschen die Wiener Linien derzeit verstärkt diese Kabel gegen Aluminiumkabel aus. Der Großteil auf der Linie U6 ist bereits ersetzt worden. Zudem hatten die Verkehrsbetriebe ihren Wachdienst verstärkt und eine Ergreiferprämie von 10.000 Euro ausgesetzt.
Zudem wurden am Dienstag weitere mutmaßliche Kupferkabeldiebe in Wien- Brigittenau festgenommen, die aber nicht auf U- Bahn- Gleisen operierten: Zwei Männer hatten in Wohnhäusern unter anderem Steigleitungs- und Erdungskabel abgetrennt und in einem von einem Komplizen gelenkten Fahrzeug deponiert. Ein Zeuge war auf das auffällige Treiben aufmerksam geworden und informierte die Polizei.
Die Uniformierten stellten Zangen und Kabel bei dem Duo sicher, im Wagen fanden sie dann noch weitere 57 Kilogramm des Metalls. Da die Festgenommenen ebenfalls aus der Slowakei stammen, wird nun ein möglicher Zusammenhang zur anderen Tätergruppe untersucht, sagte Polizeisprecherin Adina Mircioane.