Ein Freudenschrei tönte durch die Räume des Kriminalkommissariats West in Wien, als die Nachricht aus Deutschland kam: Ihr Einsatz hatte sich gelohnt, Mafiaboss Nebosa M. ist endlich gefasst.
Seit einem Jahr fahndeten die Ermittler der Gruppe Winkler/Oberstleutnant Georg Rabensteiner Tag und Nacht nach dem Kopf der Opernball- Bande. Denn ihm war bei der groß angelegten Polizei- Aktion im Februar 2009 – 28 der serbischen Bandenmitglieder gingen ins Netz – gerade noch die Flucht gelungen.
Und seit diesem Tag verfolgten die Beamten mit ausgeklügelten Fahndungsmethoden die Spur des Kriminellen – erst nach Serbien und dann weiter nach Deutschland. Einer der Experten zur "Krone": "Wir haben sofort unsere deutschen Kollegen informiert und sie auf den Verdächtigen angesetzt." Und ihre Taktik ging auf: In einem Call- Shop in Recklinghausen (Nordrhein- Westfalen) klickten für Nebosa M. die Handschellen. Er hatte sich in der kleinen Stadt im Ruhrgebiet in einer kleinen Pension eingemietet – um neue Einbrüche zu planen.
Ein Ermittler: "Er hat auch in Deutschland mehrmals zugeschlagen, denn es wurde Diebsgut entdeckt, das dortigen Coups zuzuordnen ist."
Nebosa M. war auch der Lebensgefährte des einzigen weiblichen Bandenmitglieds. Aufgabe der Frau war es, als Spaziergängerin mit Hund getarnt per Funk allfällige Beobachtungen von der Straße zu melden, während die Einbrecher tätig waren. Sie wurde im Juni 2009 zu sieben Jahren Haft verurteilt, ein 49- Jähriger fasste damals fünf Jahre aus. Weitere Bandenmitglieder wurden ebenfalls zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt (siehe Infobox).
von Brigitte Blabsreiter (Kronen Zeitung) und krone.at