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21.12.2014 - 03:36

Pferdefleisch jetzt auch in Wiener Kebab- Spieß

21.02.2013, 14:13
Pferdefleisch jetzt auch in Wiener Kebab-Spieß (Bild: APA/Barbara Gindl)
Foto: APA/Barbara Gindl
Ein neuer Tag, ein neuer Treffer: Am Donnerstag ist in Wien in einem Kebab- Spieß Pferde- DNA nachgewiesen worden. Dabei handelt es sich um einen Rind- Kalb- Puten- Drehspieß der Firma Lilla Gastronomie KG in Ottakring, informierte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Erst am Mittwoch waren in Kärnten Produkte mit nicht deklariertem Pferdefleisch gefunden worden. Die betroffene Fleischerei wies zurück, absichtlich Pferdefleisch in ihre Produkte gemischt zu haben.

Bei dem positiv auf Pferdefleisch- Anteil getesteten Kebab- Spieß handelt sich um slowakische Ware, die fertig tiefgekühlt nach Wien geliefert wurde. Das Fleisch sei auch bereits verkauft worden, erklärte Alexander Hengl vom Wiener Marktamt in einem Interview mit Radio Wien. "Es war eine typische Täuschung, der Rest der Ware wird sofort aus dem Verkehr gezogen, also entweder von uns beschlagnahmt oder von dem Besitzer freiwillig vernichtet", so Hengl. In den Proben wurde demnach aber keine gesundheitsgefährdende Substanz festgestellt.

Pferdefleisch in Kärntner "Hauswürstl" entdeckt

Bei den betroffenen Produkten in Kärnten handelt es sich um zwei Sorten Wurst (Bild) der Firma Josef Freitag aus St. Georgen im Lavanttal. Aufgrund anonymer Hinweise habe man Proben von Produkten der Kärntner Fleischerei genommen. Bei den Sorten "Kärntner Hauswürstl" und "Lavanttaler Bauernsalami" stellten die Kontrolleure dann das Pferdefleisch fest.

Laut vorläufigen Ergebnissen wurden in der Salami 27,2 Prozent Pferdefleisch festgestellt, bei den "Hauswürstl" beträgt der Anteil 18 Prozent, teilte der Leiter der Lebensmitteluntersuchungsanstalt (LUA), Gunther Vogl, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt mit. Ob sich Medikamentenrückstände im Fleisch befinden, steht noch nicht fest, man warte noch auf die endgültigen Ergebnisse.

Kontrolleure fanden ungekennzeichnetes Tiefkühlfleisch

Die Kontrolleure fanden in dem Betrieb zudem nicht gekennzeichnetes Tiefkühlfleisch, hieß es am Donnerstag. Ob es sich um Pferdefleisch handelt, steht noch nicht fest. In einem Tiefkühllager in Klagenfurt, wo die Fleischerei sich eingemietet hat, wurden aber große Mengen Pferdefleisch gefunden, die aus Kanada stammen.

Nach Angaben des Firmenchefs stammt das im Betrieb gefundene ungekennzeichnete Fleisch aus Slowenien und soll von einer steirischen Handelsfirma geliefert worden sein. "Dieser Handelsbetrieb verfügt über keine Veterinärkontrollnummer", sagte der Kärntner Gesundheitsreferent Peter Kaiser bei der Pressekonferenz. Ebendieser Handelsfirma soll auch das in Klagenfurt gefundene Pferdefleisch gehören.

Der Anwalt des Fleischereibetriebs, Franz Großmann, erklärte dazu: "Mein Mandant hat sein Tiefkühllager diesem Betrieb weitervermietet, wir haben keine Ahnung, wofür er den Lagerraum verwendet." Großmann betonte auch, er weise jeden Vorwurf der absichtlichen Täuschung zurück, man habe keine Ahnung, wie das Pferdefleisch in die Wurstwaren gelangt sei. Er behalte sich jedenfalls rechtliche Schritte vor.

"Fremdfleisch" aus dem Ausland beigemischt?

Besonders brisant an den Pferdefleisch- Treffern in den Wurstwaren der Kärntner Fleischerei ist, dass die Rohware für die Produkte laut Website  der Firma aus Österreich stammt. "Unsere Rohware stammt ausschließlich von regionalen Bauern aus der Steiermark und Kärnten, deren Schweinehaltung und Schweinefütterung wir kennen", ist auf der Homepage zu lesen.

LUA- Chef Vogl erklärte dazu, dass als "Kärntner Hauswürstl" und als "Lavanttaler Bauernsalami" deklarierte Produkte eigentlich nur mit aus Kärnten stammenden Zutaten hergestellt werden dürften. Zugekauftes Fleisch aus anderen Ländern dürfte vor allem dann nicht verwendet werden, wenn dezidiert mit der Herkunft geworben werde, ergänzte der Leiter der Lebensmittelaufsicht, Klaus Dutzler. Die beiden Wurstwaren sind auf der Verpackung mit dem Kärntner Wappen versehen, es hätte also kein "Fremdfleisch" verwendet werden dürfen.

Die betroffenen Produkte sind zumindest über die Handelskette Billa in ganz Österreich vertrieben worden. "Wir haben die Produkte natürlich schon aus den Regalen genommen, der Lieferant ist gesperrt", sagte eine Rewe- Sprecherin am Donnerstag. Bei den Ketten Adeg, Spar sowie MPreis waren Produkte des Kärntner Fleischers fast ausschließlich in Kärnten und Osttirol erhältlich. Auch diese Handelsketten haben den Produzenten gesperrt.

Bundeskriminalamt ermittelt

Weitere Details über die bisher gewonnenen Erkenntnisse wollten Vogl und Dutzler nicht bekannt geben. Das Bundeskriminalamt sei in die Sache eingeschaltet worden, auch die Staatsanwaltschaft, man könne und dürfe den Ermittlungen der Behörden nicht vorgreifen. Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft sei erfolgt, da man mit allen Mitteln gegen kriminelle Geschäfte mit dem Essen und den Vertrauensmissbrauch von Unternehmern gegenüber den Konsumenten vorgehen müsse, hatte Gesundheitsreferent Kaiser nach Bekanntwerden der Kärntner Treffer am Mittwoch mitgeteilt.

Prüfer österreichweit im Dauereinsatz, mehrere Treffer

Im Zuge des Pferdefleisch- Skandals wurden österreichweit bereits Hunderte Proben gezogen. Die Auswertung bei der AGES und den Lebensmitteluntersuchungsanstalten der Bundesländer läuft auf Hochtouren. Zusätzlich testen auch die Supermarktketten selbst. Das Gesundheitsministerium teilte zudem mit, dass die Schwerpunktkontrollen, die bisher Tiefkühlprodukte im Visier hatten, nun auch auf weitere Fleischprodukte ausgeweitet werden.

Positive Treffer gab es bislang bei zwei Rindfleisch- Fertigprodukten, die der Diskonter Lidl im Sortiment hatte (siehe Infobox), bei den zwei Wurstsorten des Kärntner Fleischers sowie beim Kebab- Spieß der Firma Lilla Gastronomie KG in Ottakring. Zudem wurde am Donnerstag vom Diskonter Zielpunkt ein weiterer Treffer bestätigt: Der Artikel "Jeden Tag Lasagne Bolognese tiefgekühlt 400 Gramm" wurde jedoch bereits aus allen Filialen entfernt, teilte die Supermarktkette mit. Der Verkauf des Produkts wurde demnach bereits in der Vorwoche gestoppt, nachdem bei einer Untersuchung beim deutschen Hersteller Spuren von Pferdefleisch entdeckt worden war.

AG/red
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