Patient mit "totalem" Kunstherz gestorben

30.07.2008, 19:28
Patient mit "totalem" Kunstherz gestorben (Bild: APA/KLINISCHE ABTEILUNG FUER HERZCHIRURGIE INNSBRUCK)
Foto: APA/KLINISCHE ABTEILUNG FUER HERZCHIRURGIE INNSBRUCK
Das erste in Österreich implantierte "totale" Kunstherz schlägt nicht mehr. Der 56- jährige Patient aus Vorarlberg, der in Innsbruck auf ein Spenderorgan wartete, sei verstorben, teilte das Landeskrankenhaus am Mittwoch mit.
Mitte Juli war erstmals in Österreich an der Universitätsklinik für Herzchirurgie Innsbruck ein "total artificial heart" implantiert worden. Das CardioWest TAH sei derzeit weltweit das einzige kommerziell verfügbare zur Gänze künstliche Herz, hatte es geheißen.

Der Patient hatte Anfang Juli einen ausgedehnten Myocard- Infarkt erlitten und war anschließend der Herzchirurgie Innsbruck zur Akut- Bypassoperation zugewiesen worden. Diese wurde am 5. Juli zwar erfolgreich durchgeführt, allerdings war der Herzmuskelschaden bereits so ausgedehnt, dass postoperativ die intensivmedizinische Stabilisierung nicht mehr möglich war. In einem viereinhalbstündigen Eingriff wurde nach der Entfernung des schwerst geschädigten, funktionsuntüchtigen eigenen Herzens das Kunstherz implantiert.

Kunstherz als Überbrückung bis zur Transplantation

Die bisher verwendeten sogenannten "Kunstherzen" waren nur Unterstützungssysteme, die neben dem erkrankten Herzen die Kreislauffunktion stabilisieren beziehungsweise weitgehend übernehmen (daher auch deren Bezeichnung VAD - ventricular assist device). Das eigene Herz bleibt erhalten. In seltenen Fällen sei eine Erholung möglich, und der Patient könne vom Unterstützungssystem entwöhnt werden. Meistens aber werde eine Überbrückung bis zur Transplantation angestrebt. An der Klinik für Herzchirurgie und an der Klinik für Transplantationschirurgie sind bisher mehr als 80 VADs implantiert worden.

Eigenes Herz wird fast vollständig entfernt

Das CardioWest TAH wird hingegen dann implantiert, wenn eine massive Zerstörung des Herzmuskelgewebes vorliegt, eine Erholung nicht mehr möglich ist und wenn gleichzeitig sehr hohe Pumpleistungen zur Stabilisierung des Patienten erforderlich sind. Bei der Implantation wird das eigene Herz fast vollständig entfernt, ehe die künstlichen pulsatilen Membranpumpen in den Brustkorb eingebracht werden. Somit ist nach der Stabilisierung des Patienten in weiterer Zukunft die Herztransplantation nötig.

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