Der Patient hatte Anfang Juli einen ausgedehnten Myocard- Infarkt erlitten und war anschließend der Herzchirurgie Innsbruck zur Akut- Bypassoperation zugewiesen worden. Diese wurde am 5. Juli zwar erfolgreich durchgeführt, allerdings war der Herzmuskelschaden bereits so ausgedehnt, dass postoperativ die intensivmedizinische Stabilisierung nicht mehr möglich war. In einem viereinhalbstündigen Eingriff wurde nach der Entfernung des schwerst geschädigten, funktionsuntüchtigen eigenen Herzens das Kunstherz implantiert.
Die bisher verwendeten sogenannten "Kunstherzen" waren nur Unterstützungssysteme, die neben dem erkrankten Herzen die Kreislauffunktion stabilisieren beziehungsweise weitgehend übernehmen (daher auch deren Bezeichnung VAD - ventricular assist device). Das eigene Herz bleibt erhalten. In seltenen Fällen sei eine Erholung möglich, und der Patient könne vom Unterstützungssystem entwöhnt werden. Meistens aber werde eine Überbrückung bis zur Transplantation angestrebt. An der Klinik für Herzchirurgie und an der Klinik für Transplantationschirurgie sind bisher mehr als 80 VADs implantiert worden.
Das CardioWest TAH wird hingegen dann implantiert, wenn eine massive Zerstörung des Herzmuskelgewebes vorliegt, eine Erholung nicht mehr möglich ist und wenn gleichzeitig sehr hohe Pumpleistungen zur Stabilisierung des Patienten erforderlich sind. Bei der Implantation wird das eigene Herz fast vollständig entfernt, ehe die künstlichen pulsatilen Membranpumpen in den Brustkorb eingebracht werden. Somit ist nach der Stabilisierung des Patienten in weiterer Zukunft die Herztransplantation nötig.