Streit um 50 Mio. €

ÖBB-Mitarbeiter sollen Steuern auf Billig-Tickets zahlen

Österreich
15.02.2010 20:33
Ein Brief von der Gewerkschaft ist in diesen Tagen vielen Eisenbahnern ins Haus geflattert. Es geht um die Verteuerung der ÖBB-Tickets für Mitarbeiter, Pensionisten und deren Angehörige. Denn die Finanz verlangt von der Bahn für diese Billigfahrkarten eine Steuernachzahlung von über 50 Millionen Euro!

Alle 42.000 ÖBB-Mitarbeiter, 72.000 Pensionisten und deren Angehörige zahlten bis 2009 nur 32,64 Euro für ein Jahresticket 2. Klasse (Normalpreis 1.790 Euro). Laut Gesetz sind Karten für die eigenen Mitarbeiter eines Beförderungsunternehmens steuerfrei. Doch seit der Teilung der Bahn in mehrere AGs steht die Finanz auf dem Standpunkt, dass dies nur für jene gilt, die direkt bei der Personen- oder Güterverkehrsgesellschaft angestellt sind (ca. 11.000). 

Für alle anderen sowie die Pensionisten müssten die ÖBB ihre Bahntickets wie eine Sachleistung versteuern! Seit 2010 wird daher die Steuer den Mitarbeitern weiterverrechnet, was (je nach Einkommen) Mehrkosten bis zu 14 Euro im Monat bedeutet. Doch die Finanz will auch für die Jahre 2006 bis 2009 einen hohen zweistelligen Millionenbetrag haben, ein Steuerverfahren ist in der zweiten Instanz.

Staatssekretär Reinhold Lopatka: „Da die ÖBB jährlich sieben Milliarden aus dem Budget bekommen, können wir auf diese Steuereinnahmen nicht verzichten.“

von Manfred Schumi, Kronen Zeitung

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