NÖ: Wirbel um FP- Statement über Frauenhäuser

18.07.2012, 11:33
NÖ: Wirbel um FP-Statement über Frauenhäuser (Bild: dpa-Zentralbild/Jörg Lange)
Foto: dpa-Zentralbild/Jörg Lange
Für Aufregung sorgt eine Aussage der Amstettner FPÖ- Stadträtin Brigitte Kashofer über Frauenhäuser. Auf der Website der Amstettner Freiheitlichen erklärte sie anlässlich der blauen Ablehnung der Subventionierung des örtlichen Frauenhauses am Wochenende, Frauenhäuser seien "an der nachhaltigen Zerstörung von Ehen und Partnerschaften maßgeblich beteiligt". Frauenministerin Gabriele Heinisch- Hosek zeigte sich am Mittwoch entsetzt.

Auf ihrer Website forderte Kashofer zudem, die Stadt möge das für die Förderung des Frauenhauses und der Frauenberatung vorgesehene Geld in eine Eltern- und Familienberatung investieren, in denen Väter und Mütter sitzen sollten - "und nicht willfährige, ahnungslose oder gar parteipolitisch motivierte Soziologie- und Psychologiestudenten".

Heinisch- Hosek "zutiefst empört"

"Ich bin erschüttert und zutiefst empört über die Aussagen der FPÖ Amstetten. Die FPÖ braucht dringend Nachhilfe in Mitmenschlichkeit", erklärte Heinisch- Hosek am Mittwoch. "Denn dass Frauenhäuser Ehen zerstören, diese Aussage kann nur jemand machen, der keine Ahnung hat, was diese Frauen in ihrem Leben schon durchgemacht haben."

Niemand würde "aus Jux und Tollerei" in ein Frauenhaus gehen, so die Ressortchefin. Vielmehr müssten die betroffenen Frauen vor Gewalt, vor Verletzung und Ausbeutung flüchten. "Das zu verleugnen, das ist nicht nur zynisch, das ist zutiefst verletzend und frauenverachtend." Sie erwarte sich eine Klarstellung der Bundes- FPÖ, so die SPÖ- Ministerin. "Denn Gewalt gegen Frauen derart zu verharmlosen, das ist schlichtweg inakzeptabel."

Grüne fordern Rücktritt Kashofers

Kritik an den Aussagen Kashofers kam auch von der für Frauenfragen zuständigen NÖ- Landesrätin Barbara Schwarz von der ÖVP: "Auf dem Rücken der von Gewalt bedrohten Frauen und Kinder in unserem Land darf kein politisches Kleingeld gemacht werden", erklärte sie. Frauen, die Schutz für sich und ihre Kinder suchen, würden in Niederösterreich "jede nur erdenkliche Unterstützung" erhalten.

Für den Amstettner Grünen Gemeinderat und Landesgeschäftsführer der Grünen Niederösterreich, Thomas Huber, hat Kashofer "den Bogen endgültig überspannt" - sie müsse "sofort zurücktreten", so seine Forderung.

AG/red
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