Der gewaltige Erdrutsch auf der Forststraße von Inzing zur Inzinger Alm wurde am Sonntag um 13.11 Uhr gemeldet. Der Fahrer eines roten Geländewagens, der talwärts unterwegs war, gab gegenüber der Polizei an, dass mehrere Felsblöcke auf die Straße abgegangen seien und er ein weiteres Fahrzeug vor der Weiterfahrt gewarnt habe.
Beim Eintreffen der Polizei vor Ort sei der Hang bereits abgerutscht gewesen. Erkundungsflüge eines Notarzthubschraubers und des Polizeihubschraubers brachten zunächst keine Spuren möglicher Verschütteter. Daraufhin sei die Suche abgebrochen worden.
Als die beiden jungen Tiroler am Abend als abgängig gemeldet wurden, nahmen die Einsatzkräfte die Suche mit Hubschraubern und Handypeilung jedoch wieder auf. Gegen 20.30 Uhr wurde das Fahrzeug von einem Hundeführer gefunden. Für die beiden Insassen kam aber jede Hilfe zu spät, wie die Sicherheitsdirektion Innsbruck mitteilte.
Die Feuerwehr stand mit 40 Mann, die Bergrettung mit weiteren 30 Mann im Einsatz. Die eingeklemmte Leiche der Frau konnte noch am Sonntagabend geborgen werden. Dann mussten die Bergungsarbeiten wegen weiterer Hangrutsche abgebrochen und die Einsatzkräfte evakuiert werden. Am Montag wurde dann das zweite Todesopfer geborgen.
Der Einsatz gestaltete sich äußerst schwierig, da der von den Erdmassen mitgerissene Pkw auf dem Dach lag, weshalb die Einsatzkräfte zuerst die Bodenplatte aufschneiden mussten. Der Leichnam des 31- Jährigen wurde per Hubschrauber ins Tal geflogen. Während der Bergearbeiten waren mehrere Beobachtungsposten oberhalb des Hanges aufgestellt worden, um die Suchmannschaft jederzeit warnen zu können.
Die Zufahrtsstraße zur Inzinger Alm ist bis auf Weiteres gesperrt. Die rund 150 durch die Mure von der Außenwelt abgeschnittenen Gäste der Inzinger Alm waren noch am Sonntag von der Feuerwehr über einen sicheren Weg nach Hatting geleitet worden.
Die genaue Ursache für den Murenabgang steht noch nicht fest. Wenn er am Sonntagvormittag nach einem positiven Gutachten für die Sicherheit des gemeindeeigenen Weges gefragt worden wäre, hätte er das ausgestellt, meinte der Landesgeologe Günther Heißel. Das Ereignis sei "schicksalhaft" und nicht vorhersehbar gewesen.
Am Sonntag habe es in Tirol keinen Niederschlag gegeben. Der Hang sei "mit hoher Geschwindigkeit" gerutscht und erst am Gegenhang zum Stillstand gekommen. Der Staub sei auf den Bäumen sichtbar. Der Hang sei komplett trocken gewesen und nicht mit einer Mure mit viel Wasser zu vergleichen. Allerdings seien unterirdische Wasserzutritte erkennbar, die den Hang in Bewegung gesetzt hätten.