In einer Blutlache liegend und der leblose Körper mit Dutzenden Messerstichen übersät – so fand die Köchin des Diplomaten das Opfer Romalyn B. am Dienstagvormittag im Keller der Residenz im Nobelbezirk Währing. "Der Täter dürfte sein Opfer zuerst mit einem Stromkabel erdrosselt und dann voll Hass zugestochen haben", so ein Ermittler zur "Krone".
Der Tatverdächtige soll sich - wie die "Krone" erfuhr - einst auf eine Kontakt-Anzeige der Haushälterin gemeldet haben und die 30-Jährige schließlich aus Eifersucht und Hass mit 40 Stichen getötet haben. Während sich sowohl der Dienstgeber der Philippinin, Botschafter Ishaya El Khoury, als auch ihr Ehemann im Ausland aufhielten, soll die 30-Jährige in der Villa angeblich öfters Männerbesuch empfangen haben, um sich die Langeweile zu vertreiben.
Verdächtiger legte Geständnis ab
Laut offiziellen Polizeiangaben waren das Opfer und der Verdächtige wiederum "länger befreundet". Die Polizei sprach am Donnerstag bei einer Pressekonferenz von einer acht bis neun Monate dauernden Beziehung mit dem 39-jährigen Tatverdächtigen, während derer die Haushälterin aber auch Kontakte zu zumindest einem anderen Mann pflegte. In der Nacht auf Dienstag besuchte der Abwäscher eines Wiener Hotels nach seiner Arbeit die Haushälterin in ihren Wohnräumlichkeiten im Keller der Botschaft in der Gymnasiumstraße in Wien-Währing. Kurz davor dürfte ein anderer Liebhaber bei der Phillipinin gewesen sein.
Aufgrund der "Mehrfachbeziehungen" kam es laut Oberst Gerhard Haimeder und Ernst Hoffmann vom Landeskriminalamt Wien zum Streit. Gegen 23.45 Uhr geriet der 39-Jährige so in Rage, dass er die 30-Jährige zunächst drosselte und anschließend mit mehreren Messerstichen in Brust und Oberkörper tötete.
Nach dem Mord verließ der 39-Jährige die Wohnung mit dem Schlüssel der Haushälterin. Gemeinsam mit der Mordwaffe - ein Küchenmesser mit zwölf Zentimeter langer Klinge - warf er diesen im Währinger Park in einen Laubhaufen im Gebüsch, so Hoffmann. Beide Gegenstände wurde dort aufgrund des Geständnisses des 39-Jährigen und mit Hilfe eines Diensthundes wenige Zentimeter voneinander entfernt gefunden.
Schnelle Klärung trotz Sonderregelungen
Die schnelle Klärung des Falles durch die Ermittlergruppe Hoffmann gelang nicht zuletzt durch die Kooperation der Libanesen mit den heimischen Behörden. Ermittlungen in einer Botschaft gestalten sich für gewöhnlich als schwierig, gibt es doch eine Reihe von Sonderregelungen, die für Botschaften und Residenzen von Diplomaten gelten. Laut Peter Launsky-Tieffenthal vom Außenamt ist für Ermittlungen an Ort und Stelle die Zustimmung des betreffenden Drittstaates notwendig, das Gelände ist exterritorial. Im vorliegenden Fall hatten die Libanesen selbst die Einsatzkräfte verständigt. Diese durften dann am Tatort ungehindert ein- und ausgehen.
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