Weiters wird gegen einen niederösterreichischen Pfarrer wegen des Besitzes und der Weitergabe kinderpornografischer Darstellungen ermittelt. Der Pfarrer im Vikariat Unter dem Wienerwald wurde von allen Ämtern und Aufgaben - unter anderem als Religionslehrer - dienstfrei gestellt, wie im Februar bekannt wurde.
Bei der Staatsanwaltschaft Salzburg ist ein Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch durch einen Ordenspriester der Erzdiözese anhängig, er soll einen siebenjährigen Buben durch Vorzeigen des Geschlechtsteils und Fotos "sittlich gefährdet" haben.
Lange zurück liegt ein Fall von - mutmaßlich mehrfachem - sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese Graz- Seckau: Ein heute 46 Jahre alter Mann gab Ende Februar an, auf einem Jugendlager sei es zu Übergriffen durch einen mittlerweile verstorbenen Pfarrer und Religionslehrer aus dem Stift Admont gekommen. Die Diözese bestätigte, dass der Fall aus den 1970er- Jahren bekannt sei. Der Abt des Stiftes, Bruno Hubl, hat sich öffentlich entschuldigt.
Im Jahr 2009 wurden im Bereich des sexuellen und psychischen Missbrauchs österreichweit 17 Verdachtsfälle bekannt, heißt es aus der Diözese Wien. Manche davon hätten sich als unbegründet herausgestellt, auch würden darunter Fälle gerechnet, wo etwa ein Priester von Stalking betroffen gewesen sei. Eine Statistik über Missbrauchsfälle in der Kirche gibt es nicht, laut Erich Leitenberger, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, sei es aber Aufgabe der von der Bischofskonferenz jüngst eingesetzten Projektgruppe, auch das Grundgerüst für eine solche Statistik auszuarbeiten.
Die katholische Kirche in Österreich ist immer wieder mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Der wohl bekannteste betraf den Wiener Alt- Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groer: 1985 wurden erstmals kirchenintern Vorwürfe der sexuellen Belästigung an Groer geäußert. In den 1990er- Jahren gingen sie dann weit über die Kirchenkreise hinaus und machten den Umgang der Kirche mit Sexualität, aber auch den Umgang mit Fällen dieser Art zum Thema. Groer schwieg zu den Vorwürfen, trat aber wenig später als Vorsitzender der Bischofskonferenz zurück. Groer gab schließlich im April 1998 auf "Bitte des Heiligen Vaters" seinen Wirkungskreis auf und bat "Gott und die Menschen um Vergebung, wenn ich Schuld auf mich geladen habe".