"Das neue Kompetenzgesetz ist beschlossen worden", merkte Fischer an, der Bures wie Hahn zuerst von ihrem bisherigen Amt als Minister ohne Portefeuille entheben musste, um sie anschließend in ihrer neuen Funktion anzugeloben. Dieser Vorgang ist im Bundes- Verfassungsgesetzes geregelt. Dokumentiert wurde die Ernennung durch die so genannte "Bestallungsurkunde". Auch Bundeskanzler Gusenbauer (SPÖ) und Vizekanzler Molterer (ÖVP) mussten ihre Unterschrift leisten, nach der Zeremonie zogen sich alle Beteiligten in die Präsidentschaftskanzlei zurück.
Dabei schien der protokollarische Kosmos noch kurz vor der Angelobung leicht gestört. "Wo ist die Bures", flüsterten Mitarbeiter der Bundespräsidenten, als sich die Kolonne durch den Josephinischen Trakt der Hofburg in Richtung des wartenden Bundespräsidenten bewegte. Die Frauenministerin war allerdings lediglich von Kanzler und Vizekanzler verdeckt gewesen, die die erste Reihe eingenommen hatten. Kurz vor der Zeremonie läutete Gusenbauers Handy. Dieser zu Fischer: "Ich schalt's schon aus."
Beide neuen Ministerien sind am Wiener Minoritenplatz angesiedelt, der sich in nächster Nähe zum Bundeskanzleramt am Ballhausplatz befindet. Diesem ist auch das Frauenministerium von Bures unterstellt.