Etwa 800 Asylwerber sind derzeit im Flüchtlingslager Traiskirchen untergebracht. Immer wieder kommt es zwischen den einzelnen Ethnien und Nationalitäten zu teils tätlichen Auseinandersetzungen. Zuletzt war das Heim - wie berichtet - im April Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung.
Nun eskalierten die schwelenden Konflikte erneut. Die großteils jungen Männer aus Tschetschenien und Afghanistan hatten sich gerade zur Essensausgabe angestellt, als es aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zu einer Rempelei kam. Sekunden später prügelten Dutzende Flüchtlinge blind vor Wut mit den Fäusten aufeinander ein.
Sofort wurde in Traiskirchen Großalarm ausgelöst. Mehrere Polizeistreifen rasten zum Flüchtlingslager. Nur mit Mühe konnten die Beamten die erbitterten Streithähne voneinander trennen. Während drei Haupträdelsführer ausgeforscht und angezeigt werden konnten, mussten mehrere ihrer Opfer verarztet werden.
"Solche Kämpfe gehören leider schon zum Alltag. Schlimm ist es bei Regen, da bleiben alle Asylwerber in ihren Zimmern", schnauft ein Beamter der Polizeiinspektion Traiskirchen.
von Mark Perry und Lukas Lusetzky, Kronen Zeitung