Zunächst wanderten die Paten nach Russland und in die Ukraine aus. Doch auch die russischen Behörden verstärkten den Druck, außerdem waren die Chancen im Westen lukrativer. Viele der Bosse siedelten sich in Spanien an. Das war auch der Beginn der ersten Einbruchswelle, welche die heimischen Kriminalisten in den Jahren 2005 und 2006 registrierten. Bis zu 75 derartige Delikte registrierten damals die Fahnder in Wien, wie Ernst Geiger, Leiter der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität im Bundeskriminalamt, sagte.
Die spanischen Ermittler schalteten schnell. Mit der Verhaftung von Zakhar K. und Tariel O. war der innerste Führungszirkel der Organisation 2006 einmal so gut wie zerschlagen, auch die Einbrüche mit georgischer Urheberschaft wurden deutlich weniger. In Österreich gab es ebenfalls eine Verhaftungswelle, die nicht zuletzt auf die kurz zuvor verstärkte Kooperation mit den georgischen Behörden zurückgeführt wurde. Parallel dazu kam es bereits zur Zusammenarbeit mit Spanien, Deutschland und der Schweiz.
Doch die kriminelle Organisation erholte sich. Die meisten Mitglieder der georgischen Mafia stammen übrigens aus der wirtschaftlich benachteiligten Region Kutaisi. Dort ist die Kultur der "Diebe im Gesetz" offenbar am tiefsten verwurzelt.
Die Ermittlungen zur Operation "Java" wurden von Spanien vor mehr als einem Jahr eingeleitet. Im vergangenen Sommer schalteten sich die österreichischen Ermittler dazu. Monatelange Observationen begannen, was nicht zuletzt deshalb mühsam war, da im großen Stil georgische Dolmetscher zum Einsatz kamen. Die Kommunikation der Mafia- Organisation lief zum Großteil über Mails und Mobilfunk, war aber codiert.
Welche technischen Hilfsmittel auf Polizeiseite zum Einsatz kamen, darüber gaben sich die Ermittler zunächst bedeckt. Man sei aber mit dem vorhandenen Instrumentarium sehr zufrieden, hieß es. Gerade bei konkreten Personalinfos wirkte sich die Kooperation mit den Behörden Georgiens, vor allem mit der dortigen Antimafia- Einheit SOD (Special Operations Department), positiv aus.
Die Ermittler deckten auch die Vertriebswege für Diebesgut auf. Immer wieder war in den vergangenen Monaten bereits von Beuteversand per Post und DHL nach Georgien zu lesen. Das gab es, bestätigten die Experten im Bundeskriminalamt. Einen Großteil der Einbruchsgüter - gefragt waren vor allem Elektronik wie PCs und Notebooks, daneben auch Schmuck und Designerkleidung - verkauften die Täter über altbekannte Infrastrukturen, wie es sie etwa am Wiener Mexikoplatz gibt. Auch Pfandleihanstalten wurden genutzt. Zuvor wurde die Beute oft in Wohnungen gebunkert.