Fast 100 Züge werden auf dem Hof beim Nordwestbahnhof Tag für Tag beladen, 250 Lastwagen fahren hier ein und aus. Gewaltige Gabelstapler heben Dutzende Container, bis oben hin gefüllt mit Waren aus China und aus dem Osten, von den Transportflächen der Lastwagen auf die Garnituren der ÖBB. Auch Freitag, um 6.30 Uhr, waren Martin B. und ein Kollege gerade dabei, einen dieser Züge zu befrachten - als das tödliche Unglück passierte.
Der 36-Jährige zeigte dem Staplerfahrer noch ein Frachtpapier, verschwand dann in einem der toten Winkel. Langsam setzte sich das 80-Tonnen-Gefährt in Bewegung, rollte rückwärts. Der große Reifen erwischte dabei den Niederösterreicher, der noch verzweifelt versuchte, auf die Seite zu springen. Als der Lenker den schrecklichen Unfall bemerkte, war es zu spät: Martin B. lag tot unter dem fahrenden Container-Kran, der etwa so schwer wie eine ganze E-Lok ist.
In der Heimatgemeinde des Opfers herrscht tiefe Trauer. Sein geschockter Vater Otto B.: "Ich verstehe das nicht. Dabei war Martin im Job immer so vorsichtig."
Von Michael Pommer und Helmuth Horvath
Symbolbild
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